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Meine Gedanken zum Thema Haustierhaltung

02.12.2015

Eigentlich wollte ich ergänzend zum letzten Blogpost jetzt hier über Übersprungshandlungen sprechen. Da mich in den letzten Tagen aber ein anderes Thema sehr beschäftigt hat, möchte ich mir das gerne zuerst von der Seele schreiben 😉 .

Ich weiß, dass ich hohe Erwartungen an mich und an andere Hundehalter habe. Mir wäre es am liebsten, dass jeder einen Sachkundenachweis hätte. Dass jeder Hund von seinem Halter verstanden wird. Dass jeder die Grundbedürfnisse seines Hundes berücksichtigt und erfüllt. Dass jeder Hund ausreichend Bewegung und Beschäftigung bekommt. Das könnte ich noch ewig so weiter führen. Das ist meine persönliche Meinung, die auf persönlichen Erfahrungen beruht und die ich für richtig halte. Keinesfalls möchte ich anderen meine Meinung aufdrängen oder jemandem vorwerfen, er würde sich nicht gut genug um seine Tiere kümmern. Gerade in den letzten Wochen ist mir aufgefallen, wie viele Menschen eine sehr innige Beziehung zu ihrem Tier haben. Besonders auf Instagram habe ich das verfolgt. Das wiederum zeigt mir, dass ich mit meiner Meinung nicht allein dastehe. Sehr viele Leute haben heutzutage das Bedürfnis, ihrem Haustier ein schönes Leben zu ermöglichen. Und das macht mich wirklich sehr glücklich! 🙂

Was das Thema Tiere, insbesondere natürlich das Thema Hunde angeht, bin ich echt sensibel und emotional. Manchmal kann ich nicht anders, als meine Meinung zu äußern, auch wenn es mich nichts angeht (Meistens halte ich den Mund, wenn ich aber sehe, dass ein Hund geschlagen wird, dann mische ich mich aber mit Sicherheit ein! Und da lasse ich mich auch nicht von abbringen 😉 ). Über dieses Thema habe ich in der letzten Woche lange mit einem Freund diskutiert. Genauer ging es darum, welche Anforderungen man erfüllen sollte, wenn man sich dazu entschließt Haustiere zu halten. Egal, ob nun Wellensittich, Meerschweinchen oder Hund. Ich bin der Meinung, dass nicht nur Grundbedürfnisse wie Wasser, Nahrung und das Bedürfnis das Geschäft irgendwo verrichten zu können berücksichtigt werden müssen. Auch die Instinkte des Tieres müssen berücksichtigt werden. Hierzu gehören zum Beispiel, je nach Tier, das Bedürfnis nach Schutz, der Fortpflanzungstrieb, Jagdtrieb, Sozialkontakte und der Bewegungsdrang im Allgemeinen. Sich mit der Ausrede zu rechtfertigen, das Tier sei so aufgewachsen und eben nichts anderes gewohnt ist für mich ein Zeichen dafür, dass man sich mit dem Tier, der Art, der Rasse nicht ausreichend auseinandergesetzt hat, da man offensichtlich nicht weiß, was es braucht. Zum Teil mag diese Aussage zwar stimmen: Tiere passen sich schnell an, Verhaltensweisen sind jedoch nicht nur erlernt, sondern zum großen Teil angeboren; Instinkte werden überhaupt nicht erlernt und sind immer angeboren.

Als ich noch ein Kind war hatte ich zwei Wellensittiche, die in einem Käfig auf der Fensterbank in meinem Kinderzimmer standen. Anfangs konnte ich sie noch hin und wieder fliegen lassen. Irgendwann wurde es zu umständlich sie wieder einzufangen und meine Eltern haben mir gesagt, dass ich sie nicht mehr fliegen lassen sollte. Ich war noch jung und wusste nicht, welches Bedürfnis Vögel in einer Haustierhaltung haben. Ganz ehrlich: nach all den Jahren weiß ich es heute immer noch nicht genau. Ich weiß nur, dass sich meine Familie offensichtlich nicht ausreichend über Vogelhaltung informiert hatte und wir die Bedürfnisse der beiden Sittiche nicht erfüllt haben. Dass bei einem Vogel Fliegen eines dieser Bedürfnisse ist, da gehe ich jetzt einfach mal ganz stark von aus 😉 .
Es macht mich traurig, dass der Mensch, der mittlerweile aus mir geworden ist, jemals Tiere unter diesen Umständen gehalten hat. Andererseits ist diese Geschichte mit ein Grund dafür, warum mir dieses Thema heute so wichtig ist und ich „strenge“ Ansprüche an mich und alle anderen Menschen habe, was die Haltung von Tieren angeht. Und es motiviert mich, jeden Tag das beste für mein Haustier, für Nala, zu geben.

Abgesehen von der Wichtigkeit der Erfüllung der Grundbedürfnisse haben wir auch darüber diskutiert, inwieweit Tiere denken können. Ich glaube, dass dieses Thema den größten Teil der ganzen Diskussion eingenommen hat. Das Problem ist meiner Meinung nach eine Definitionssache: was bedeutet denken bei Tieren überhaupt? Für die einen bedeutet das, bewusst über eine Sache nachzudenken. Für mich bedeutet das soetwas wie abschätzen, einschätzen, erinnern, fühlen. Klar, Tiere denken! Aber sie formen keine Sätze in ihrem Kopf wie wir es tun und können nicht bewusst über etwas nachdenken oder philosophieren. Was sie aber können, ist fühlen. Tiere haben Gefühle. Sie können sich einsam fühlen, ihnen kann langweilig werden. Tiere können sogar depressiv werden. Ich finde, wenn man sich das einmal vor Augen führt, dann wird einem erst mal bewusst, wie viel Verantwortung man sich mit einem Tier ins Haus holt! Man hat die Verantwortung für dieses kleine Lebewesen, was nicht in Worten ausdrücken kann, was ihm fehlt, ob es ihm gut oder schlecht geht. Deshalb finde ich es auch so wichtig, sich intensiv mit seinem Tier zu beschäftigen, damit man es einschätzen kann und lernt zu erkennen, welche Bedürfnisse gut erfüllt werden und an welchen noch gearbeitet werden kann.

Ich bin fest der Überzeugung, dass das Bewusstein für eine artgerechte Tierhaltung besonders in den letzten Jahren sehr gestiegen ist und sich die (meisten) Menschen liebevoll um ihre Tiere kümmern. Ich sage auch nicht, dass man Hundepsychologie studiert haben muss, um ausreichend über den Hund informiert zu sein 😉 .

So, jetzt ist der Text schon wieder doppelt so lang geworden, wie ich eigentlich geplant hatte. Ich kann mich einfach nicht kurz fassen und habe so viel zu sagen, dass es immer wie ein Wasserfall aus mir heraussprudelt 😉 . Eine Kleinigkeit aber noch zum Schluss:
Gerade jetzt zu Weihnachten werden viele Haustiere verschenkt. Hätte ich zu Weihnachten einen Wunsch frei, dann würde ich mir wünschen, dass diese Tiere nicht wie Objekte verschenkt werden, sondern dass man sich vorher gut überlegt, ob man den Anforderungen, die ein Haustier mit sich bringt, gerecht werden kann. Denn jedes Tier hat das Recht auf ein erfülltes Leben! 🙂

2 Comments

  1. Andrea sagt:

    Hm, das ist sicher immer wieder ein guter Diskussionsansatz und im Prinzip gebe ich Dir natürlich Recht und weiß, was Du meinst. Manchmal fragt man sich nämlich schon, warum manche sich ein Haustier halten. Trotzdem, es gibt so viele Unterschiede in den Charakteren von Mensch und Hund (bleiben wir mal bei Hunden), da kann es einfach kein allgemeingültiges Konzept in Erziehungs-, Haltungs- und Beschäftigungsfragen geben. Letztendlich muss der Hund immer mit dem Vorlieb nehmen, was er angeboten bekommt. Meistens klappt das ja sogar… 😉

    Mit der Einschätzung des eigenen Tieres ist das in meinen Augen ebenfalls so eine Sache. Ich finde Einschätzungen sind immer subjektiv und hängen doch stark vom Fokus des Betrachters ab. Ich sehe vieles außenrum, vieles davon bestimmt auch gut gemeint, aber in meinen Augen nicht unbedingt gut gemacht. Umgekehrt ist das sicher auch oft genug bei mir und Linda der Fall…

    Wie gesagt, ein Endlos-Diskussionsthema und wir sind schon gespannt, was Du uns noch an Beiträgen bescheren wirst.

    LG Andrea mit Linda

    • Kiki sagt:

      Hallo Andrea! Danke für deinen Kommentar 🙂 Ja, über dieses Thema kann man wirklich endlos diskutieren… 😉 Schön, dass du dich an dieser Diskussion beteiligst. Ich freue mich immer sehr, auch andere Meinungen zu hören!
      Ganz liebe Grüße zurück, auch an deine Linda 🙂