Bindung

15.11.2015

Hallo! Ich freue mich, dass du zu uns gefunden hast und heiße dich ganz herzlich willkommen bei coach dich wuff 🙂 .

Coach dich wuff – was bedeutet das eigentlich? Im Grunde möchten meine Labradorhündin Nala und ich, Kiki, über Hunde und ihr Verhalten erzählen, versuchen zu erklären, wie Hunde untereinander kommunizieren und welchen Einfluss der Mensch, der Besitzer, also DU, darauf nimmst. Die Sprache der Hunde, ich nenne diese Sprache „wuff“, möchte ich dir näher bringen. Dies ist ein schwieriges und komplexes Thema und mit Sicherheit muss nicht jeder Hundehalter seinen Hund so genau analysieren können, wie es ein Hundepsychologe kann. Einige Missverständnisse zwischen Hund und Halter könnten meiner Meinung nach aber vermieden werden, wenn man sich mit dieser Thematik etwas auseinandersetzt und seinen Vierbeiner intensiv beobachtet.

An dieser Stelle möchte ich gerne klarstellen, dass ich keinesfalls pauschal jedem Hundehalter vorwerfe, er würde seinen Hund nicht verstehen und sich nicht ausreichend mit ihm beschäftigen! Im Gegenteil. Mir geht jedes Mal das Herz auf, wenn ich sehe, wie aufmerksam der Bello seinem Herrchen folgt, regelmäßig Blickkontakt hält und selbst für einen Laien erkennbar ist, wie großartig diese Mensch-Hund-Bindung sein muss. Ich bin lediglich der Meinung, dass es jeder Hund verdient hat, eben diese Bindung zu erleben und ein glückliches und zufriedenes Hundeleben zu führen, und dass man sein Bestes dafür geben sollte. Ich bin mir sicher, dass die meisten Hundehalter genau das für ihren Hund wollen, auf dem Weg dorthin aber feststecken und vielleicht nicht wissen, wie es weiter geht, keine Problemlösung finden und eventuell in ihrer Sichtweise etwas festgefahren sind. Mir geht es manchmal genauso. Das ist auch normal. Hier ist es nur wichtig nicht aufzugeben und sich dann mit der Situation zu befassen und sich gegebenenfalls zu informieren. Dafür möchten wir gerne Hilfestellung bieten.

Bindung ist hier das Stichwort. Meiner Meinung nach ist Bindung die Grundlage und das wichtigste in der Mensch-Hund-Beziehung. Ob ein Hund eine gute oder schlechte Bindung zu seinem Herrchen oder Frauchen hat, erkennt man schnell. Läuft er beim Spaziergang wie wild umher, ignoriert Rufe seines Besitzers und macht was er will? Dann hat das nicht nur etwas mit schlechter Erziehung zu tun, sondern auch damit, dass er Hund offenbar keinen Grund sieht, seinem Herrchen zu folgen. In diesem Fall bist du nicht interessant genug, dein Hund achtet, „respektiert“ dich nicht. Die Umwelt ist ihm wichtiger. Orientiert sich dein Hund jedoch im Freilauf regelmäßig an dir, wirft dir Blicke zu, wartet vielleicht sogar auf dich, bis er weiterläuft? Schneidet dir den Weg nicht ab und hört auf deinen Rückruf? Herzlichen Glückwunsch, dann scheinst du dich sehr viel mit deinem Vierbeiner zu beschäftigen, er vertraut dir und respektiert dich! Genau das möchten wir doch gerne erreichen 🙂 .

Aber wie erreiche ich nun eine gefestigte Bindung zu meinem Hund? Hierzu sollten die drei wichtigsten Aspekte beachtet werden: Beschäftigung, Gehorsam und Liebe.

Beschäftigung meint in erster Linie Bewegung. Hierzu gehören zwar auch Spiel und Beschäftigung in Form von Lernen und Intelligenzspielen, die Bewegung hat jedoch den größten Stellenwert. Stell dir vor, du bist den ganzen Tag nur zu Hause. Gehst eventuell ein, zwei mal für eine Minute in den Garten und das war es dann auch schon. Langweilig! Da wird man doch bescheuert bei, oder? Man beginnt irgendwann, seine Energie anderweitig abzubauen. Auf den Hund bezogen bedeutet das, er beginnt Möbelstücke anzukauen, fängt an zu bellen, um auf sich aufmerksam zu machen. Im schlimmsten Fall projiziert er seine Unausgeglichenheit auf sich selbst und entwickelt zwanghaftes Verhalten , wie ständiges Pfotenlecken oder sich beißen. So weit sollte es natürlich nicht kommen. Das wichtigste ist also erst mal, dem Hund Bewegung zu verschaffen, um sein Energielevel zu senken. Der eine Hund braucht mehr Bewegung, der andere weniger. Pauschal gesehen sollte aber kein Hund weniger als eine Stunde Auslauf am Tag bekommen (vorausgesetzt er ist gesund)! Da der Hund vom Wolf abstammt, ist es für ihn ein sehr ursprüngliches Verhalten, mit seinem Rudel / seinem Familienverband, also mit dir, durch die Gegend zu ziehen, die Umgebung zu erkunden. Dabei lernt er, dir zu vertrauen, sich an dir zu orientieren. Du gibst die Richtung an, du entscheidest, wo ihr herlauft, wann die Straße sicher überquert werden kann, ob Begegnungen mit anderen Hunden zugelassen werden oder nicht. Rennt ein anderer Hund wie wild auf euch zu, dann stellst du dich schützend vor deinen Hund und so weiter. Du siehst also wie wichtig die täglichen Spaziergänge für die Bindung sind, da sich hier das Vertrauen festigt. Und wie wichtig Vertauen für eine Beziehung ist, können wir als Mensch doch erst recht beurteilen.

Auch gemeinsame Erfolge, wie beispielsweise beim Lernen eines Tricks, stärken die Bindung zum Hund. Er verknüpft diese positive Erfahrung mit dir und lernt, dass es sich lohnt, sich anzustrengen, da er als Belohnung ein Leckerchen oder Zuneigung erhält – Futter und Zuwendung, beides ein wertvolles Gut für den Hund!

Kommen wir zum Gehorsam: hier wird Disziplin von beiden Seiten erwartet. Mit dem Wort Disziplin verbinden die meisten Menschen wohl eher etwas negatives wie Drill und Bestrafung. Ich meine damit jedoch eher, dass einmal gesetzte Regeln auch konsequent, ohne Ausnahme befolgt werden sollten. Soll der Hund beispielsweise nicht am Tisch gefüttert werden, so muss dies konsequent umgesetzt werden. Darf er es dann doch irgendwann wieder, auch wenn es nur ein einziges Mal ist, dann wird er immer wieder versuchen ein Stück Essbares am Tisch abzugreifen. Hunde brauchen Regeln und Grenzen. Wir auch. Und Kinder auch. Das ist keine Strafe, es sind einfach nur wichtige Regeln, die uns allen den Alltag erleichtern sollen und ein problemloses Zusammenleben mit unserem Vierbeiner begünstigen. Dies stellt außerdem kein Problem für den Hund dar. Wie schon erwähnt, leben Hund und Wölfe in einem Sozialverbund, in dem Hierarchien strikt befolgt werden. Die Tiere werden von ihren Familienmitgliedern zurechtgewiesen, verhalten sie sich nicht angemessen. Nichts anderes machen wir hier auch.

Der Aspekt Liebe wird für die meisten unter uns wohl das geringste Problem sein 😉 Hier besteht die Herausforderung eher darin, den richtigen Moment zu treffen, in dem wir Zuneigung zeigen. Zuneigung ist wichtig für unseren Hund. Wird er da mit jedoch regelrecht überschüttet, verliert es für ihn an Bedeutung. Es ist dann nichts Besonderes mehr und kann auch als Belohnung nicht mehr vernünftig eingesetzt werden. Wieso sollte man sich für etwas anstrengen, was man eh schon den ganzen Tag über bekommt? Teile dir deine Liebe und Zuneigung für deinen Vierbeiner also gut ein. Du wirst sehen, dass er dann noch motivierter arbeitet und sich mehr an dir orientiert, weil du als Bezugsperson das Wichtigste für ihn bist.

Beachtest du diese drei Punkte Beschäftigung, Gehorsam und Liebe, sollte einer zuverlässigen und glücklichen Mensch-Hund-Bindung also nichts mehr im Wege stehen 🙂 .

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