Barfen oder nicht barfen? Wir hören nach zwei Jahren auf mit BARF!

Was füttere ich im Notfall? – Schonkost bei Durchfall und Verdauungsstörungen
Was füttere ich im Notfall? – Schonkost bei Durchfall und Verdauungsstörungen
3. August 2018

Barfen oder nicht barfen? Wir hören nach zwei Jahren auf mit BARF!

Barfen oder nicht barfen? Wir hören nach zwei Jahren auf mit BARF!

26.08.2018

WERBUNG, da Marken erwähnt | Hundeernährung ist eine Wissenschaft für sich. Der eine füttert Nass-, der andere Trockenfutter, wieder andere eine Kombination aus beiden. Und die Hardcore Hundehalter füttern BARF – also Biologisch Artgerechtes Rohes Futter.

Ohne irgendeinem Hundehalter zu Nahe treten zu wollen: wir barfen selbst. Beziehungsweise bis gestern haben wir gebarft. Heute beginnt eine neue Zeit für uns. Wie, warum und wieso wir uns wieder gegen das Barfen entschieden haben, das lest ihr jetzt hier.>

Vom Trockenfutter zum BARF und vom Barfen zum Nassfutter

Wir sind damals mit dem Barfen angefangen, weil ich das Gefühl hatte, es wäre eine artgerechtere Fütterung für den Hund, als Trockenfutter. Ich hatte ein schlechtes Gewissen, meinem Hund jeden Tag das gleiche zu füttern und wollte mehr Abwechslung und mehr Frische im Napf. Nala hingegen kam ihrem Ruf als Labrador nach und freute sich eigentlich über jedes Futter. Hauptsache satt. Obwohl es auch das bei Labradoren ja bekanntlich nicht gibt. Aus gesundheitlichen Gründen hätte sie eine Futterumstellung nicht gebraucht. Wieder mal war also Frauchen dran schuld.

Also wurden Gefrierschrank und Zusätze gekauft, ein Ernährungsplan erarbeitet, ausgerechnet, was uns das Barfen kostet (was für uns definitiv teurer war, als das Trockenfutter, das wir bisher gefüttert hatten). Über Alternativen im Urlaub hatten wir uns informiert, uns eingelesen und nach einem Jahr das Fazit gezogen, dass es uns immer noch gefällt und es Nala gut damit geht.

Fazit nach zwei Jahren BARF

Jetzt nach zwei Jahren BARF muss ich mir allerdings eingestehen, dass die anfängliche Euphorie über die natürlichste Ernährung des Hundes so langsam abgeflacht ist und ich zunehmend schluderiger in der Zubereitung des Futters wurde. Zusätze wurden nicht mehr pünktlich angemischt. Manchmal gab es Obst und Gemüse und machnmal nicht. Und wenn ich besonders viel Stress hatte, habe ich abends sogar die Kohlenhydrat-Komponente vergessen und Nala musste auf ihre Kartoffeln oder auf ihre Hirse verzichten. Shame on me!

Zudem hatte ich den Eindruck, dass sie dieses Jahr im Sommer (auch, wenn der Sommer wesentlich wärmer war, als gewöhnlich) durch die Hitze Probleme mit ihrem Magen-Darm-Trakt bekam und Schwierigkeiten hatte, das rohe Fleisch und die Knochen vernünftig zu verwerten. Auch gelegentliche Probleme mit Sodbrennen traten plötzlich auf – das kannte ich so noch gar nicht von Nala.

Was wir statt BARF nun füttern

Nala’s – wenn auch kleine – gesundheitlichen Einbüßungen plus mein fauler Arsch in Kombination waren also letztendlich der Auslöser, weshalb ich mich nicht mehr wohl dabei gefühlt habe, BARF zu füttern. Zum Trockenfutter wollte ich allerdings nicht mehr zurück und bin dann am Ende bei Dosenfutter von Terra Canis hängengeblieben, das wir auch oft im Urlaub füttern und welches ich persönlich von der Qualität und Zusammensetzung sehr gut finde (ja, trotz Nestlé)!

Die Frage nach dem Gewissen

Vor ein paar Tagen habe ich dazu einen LiveStream auf Instagram gemacht, der mir gezeigt hat, wie viele Hundehalter sich in der Ernährung ihrer Hunde unsicher fühlen und daran zweifeln, ob das aktuelle Futter das Richtige ist. Oder ob sie nicht vielleicht doch zu BARF übergehen sollten, weil ja nun mal jeder darüber redet und man überall hört, das sei doch das Artgerechteste.

Ich bin absolut kein BARF-Gegner. Ich bin aber auch kein Trockenfutter- oder Nassfutter oder Frischfutter oder Sonst-was-Gegner. Ich bin Befürworter von dem, was deinem Hund gut tut, was er verträgt und was ihn gesund hält. Heutzutage verträgt nun mal nicht jeder Hund das gleiche Futter. Viele Allergiker gibt es mittlerweile, Vegetarier, ja sogar Veganer, die sich sehr guter Gesundheit erfreuen. Auch Tofu wird mittlerweile gefüttert!

Ich habe einen ganz klaren Standpunkt dazu: aus meiner Sicht setzt sich die Gesundheit des Hundes sowohl aus seiner Ernährung, aber auch aus seiner mentalen Gesundheit zusammen. Genau wie bei uns Menschen auch. Nicht umsonst gibt es auch bei Hunden einige psychosomatische Störungen. Unsere Psyche und unser Wohlbefinden, und auch das unserer Hunde, hat also wesentlichen Einfluss auf unsere Gesundheit. Vielleicht sogar den Größeren – ich will mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen.

Fazit

Daher tut doch bitte das, füttert das, was eurem Hund guttut! Für den einen Hund ist das Trockenfutter, für den anderen Hund ist das BARF! Hört auf, andere zu missionieren und konzentriert euch auf euer eigenes Mensch-Hund-Team. Das ist sehr viel sinnvoller investierte Zeit und Energie, als anderen seine Meinung und Ernährungs-Religion aufquatschen zu wollen. Setze dich für dich und deinen Hund ein. Geht es deinem Hund gesundheitlich gut? Hat er glänzendes Fell? Wirkt er fröhlich und aufgeweckt? Das sind zumindest schon mal gute Indizien für seine Gesundheit und ein zufriedenes Wesen. Sollte das der Fall sein, spricht aus meiner Sicht nichts dagegen, bei seiner Ernährungsform zu bleiben.

Also: statt zu viel zu grübeln und dir Gedanken um die Ernährung deines Hundes zu machen, wenn er einen gesunden Eindruck macht, genieße die wertvolle Zeit mit ihm! Nutze die Zeit, um seine mentale Gesundheit zu stärken, indem du viel Zeit mit ihm verbringst, ihn auslastet, ihr gemeinsam zur Ruhe kommen könnt. Arbeitet an eurer Bindung. Denn das trägt auf jeden Fall zum Wohlbefinden in deinem Mensch-Hund-Team bei!

5 Comments

  1. Maria sagt:

    Hallo Kikki,
    über „hier und da“ klicken kam ich auf deinen Blog.
    Ich barfe jetzt ca. 10 Monate und war am Anfang mega zufrieden (wie in deinem Erfahrungsblog nach einem Jahr), es sind auch zwei, drei gute Änderungen eingetreten, aber leider, das mir Wichtigste und der Auslöser warum ich gewechselt habe, hat sich nicht verbessert (Juckreiz meiner Hündin). Als mir heute noch der Augenarzt (-für Tiere) sagte, dass er aufgrund der Keime kein gutes Haar am Barfen lässt und da sich der Juckreiz ja nicht verändert hat, ich vlt wieder umstellen sollte, hat er genau in meine Wunde getroffen. Ich zweifel irgendwie doch sehr, ob ich allem „gerecht“ werde. Und der tägliche Juckreiz meiner Hündin lässt mich von Tag zu Tag mehr zweifeln, ob die Mühe und das viele Organisieren (+das Geld) es insgesamt überhaupt wert ist. Zumal meine Beiden auch wieder öfter dünneren Stuhlgang absetzten. (ständige Fragen nach fehlende Zusätze/falsches Öl usw.)
    Jetzt nach dem Beitrag, hast du mir wieder mal aus dem Herzen gesprochen. Ich werde nichts über den Kopf hinweg entscheiden, möchte dir aber einfach für deine Worte, deinen Blog danken! Es ist schön, dass es Menschen wie dich gibt.

    Danke für das Verständnis, dass du gibst, für die Inspiration und deine positive Energie, die du versprühst 🙂

    Alles Liebe 🍀

  2. Susanne sagt:

    Liebe Kiki,
    auch ich machte mir die letzte Zeit zunehmend Gedanken über das Futter unserer Hunde.

    Dein Bericht nimmt mir nun jede Sorge! Denn unsere Hunde vertragen ihr Futter ganz wunderbar! Also höre ich auch mir Gedanken zu machen uns belasse alles so wie es ist!

    Lieben Dank und Grüße
    Susanne

    • Kiki sagt:

      Hallo Susanne,
      ach, wie schön! Das freut mich sehr zu hören 🙂 Dir die Sorgen zu nehmen, ist genau das, was ich mit diesem Beitrag erreichen wollte!
      Viele Grüße,
      KIki

  3. Lena sagt:

    Auch ich mache mir oft Gedanken ob mein Hund nicht “besseres“ Futter bekommen muss/sollte, obwohl er auch günstiges Futter gut verträgt. Danke für diesen tollen Beitrag. Endlich mal jemand der offen (Selbstkritik) darüber redet. Das ganze Futterthema ist auch zu einem Hype geworden, wodurch man sich echt (ich selbst auch) verrückt machen kann.

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