Was macht mein Hund eigentlich, wenn er allein Zuhause ist?

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Was macht mein Hund eigentlich, wenn er allein Zuhause ist?

08.06.2017

Was macht mein Hund eigentlich, wenn er allein Zuhause ist? Diese Frage hat sich bestimmt jeder Hundehalter schon ein mal gestellt. Wir haben es getestet! Ich hatte eigentlich immer ein gutes Gefühl dabei, Nala alleine zulassen. Wenn ich nach Hause komme, liegen keine zerfetzten Kissen auf dem Boden. Es erwartet mich auch keine zerkratzte Tapete. Mein Hund ist entspannt und freudig, wenn ich die Haustür öffne. Allem Anschein nach scheint Nala das Alleinebleiben also gut zu verkraften. Aber liege ich mit meinen Vermutungen richtig oder trügt der Schein?

Bello allein zu Haus – Studie

Ich habe ja bei der ATN (Akademie für Tiernaturheilkunde) Hundepsychologie studiert und bin über die Akademie auch auf die Studie aufmerksam geworden. Ich fand es cool, Teil dieser Studie zu sein und einen Beitrag für neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu leisten. Zudem hatte ich dadurch die Möglichleit, Nala zu beobachten und mir so Sicherheit zu verschaffen, ob es meinem Hund alleine wirklich so gut geht, wie angenommen, oder ob ich eventuell komplett daneben lag.

Also haben wir uns für die Studie der ATN – die „Bello allein zu Haus – Studie“ angemeldet. Anfangs haben wir einen Fragebogen zu Nalas persönlichen Daten ausgefüllt sowie zu ihrer Persönlichkeit und ihrem Umfeld. Dabei ging es auch darum, wie lange sie durchschnittlich alleine ist, ob andere Hunde mit im Haus wohnen, ob sie sich in bestimmten Situation schreckhaft oder ängstlich verhält. Der Fragebogen war sehr umfangreich. Kurz darauf wurde uns ein Paket zugeschickt, in dem drei Kameras, Stative und Speicherkarten enthalten waren.

Vorgehen der Studie

Wir sollten Nala jetzt an drei Tagen filmen, wenn sie alleine Zuhause ist. Dazu hatten wir bestimtme Vorgaben, wie den Ablauf und grob die Platzierungen der Kameras. So war dann der erste Drehtag gekommen und ich muss zugeben, dass ich irgendwie aufgeregt war 😉 . Eigentlich ist es ja keine große Sache. Der Hund merkt ohnehin nicht, dass er gefilmt wird. Es waren keine fremden Leute dabei. Und sowieso sollte alles ganz normal ablaufen. Irgendwie war dann aber doch etwas die Angst da, dass es Nala vielleicht doch nicht so gut geht, wenn sie alleine ist. Dass sie bellt und die Nachbarn aufschreckt oder unruhig wird. Ich habe also die Kameras eingeschaltet, mich von Nala verabschiedet und bin dann wie gewohnt zur Arbeit gefahren. Während der Arbeit musste ich auch die ganze Zeit an Nala denken und habe gehofft, dass es ihr gut geht – dabei war ja nichts anders als sonst auch! Nach fünf Stunden habe ich mich dann selbst erlöst und bin ganz schnell nach Hause gefahren, um auch Nala zu erlösen. Also bin ich aus der Tiefgarage schnell nach oben gehechtet, bereits die Schlüssel in der Hand, um die Wohnungstür aufzuschließen. Ich mache also die Tür auf, begrüße Nala, schalte die Kameras aus und stecke direkt die Speicherkarten in meinen Laptop, um mir die Aufnahmen anzusehen. Und was sehe ich??

Ergebnisse der Beobachtungen von Nala

NICHTS! 😉 Beziehungsweise nicht gar nichts, sondern nichts Außergewöhnliches. Im Schnelldurchlauf habe ich mir die ganzen 5,5 Stunden Filmmaterial angesehen und das Spannendste, was passiert ist, ist dass Nala ihren Schlafplatz von Körbchen A auf Körbchen B und später wieder zurück auf Körbchen A verlagert hat. Sie war also durchgehend am Schlafen 😉 .

Man, da war ich dann wirklich beruhigt, kann ich euch sagen! Und auch ein bisschen stolz 🙂 . Ich hatte ja schon vermutet, dass die Pupi brav ist, aber dass es ihr so gut dabei geht, sie ganz ruhig und entspannt ist und die größte Zeit schläft, das war ein sehr gutes Gefühl und auch eine tolle Bestätigung, dass es für sie vollkommen in Ordnung ist, wenn wir sie für ein paar Stunden alleine lassen. Und 5-6 Stunden sind ja jetzt nicht gerade wenig!

Fazit der Studie

Ich glaube, die Studie läuft noch und man kann auch immer noch teilnehmen, wenn das für dich und deinen Hund interessant ist. Hier findet ihr jedenfalls das Teilnahmeformular. Ein allgemeines Fazit zur Studie kann ich also noch nicht geben.

Aber ich kann ein Fazit zu Nala und dem Alleinebleiben geben: Vielleicht war es nicht unbedingt notwendig, Nala zu überprüfen, wenn sie alleine ist. Aber es spricht ja auch nichts dagegen. Dem Hund schadet es nicht und man hat später entweder Ruhe und Gewisseheit oder aber man weiß, was den Hund aufregt und kann entsprechend gegenarbeiten. In jedem Fall ist so eine Überprüfung also erst mal sinnvoll. Ich habe daraus zum Beispiel gelernt, dass sich Nala manchmal vor das Wohnzimmerfenster legt und sich die Tiere in unserem Garten anschaut – da tummeln sich regelmäßig Kaninchen und Vögel. Außerdem weiß ich jetzt, dass sie sich über den Nachbarshund nicht nur aufregt, wenn wir dabei sind, sondern auch, wenn sie alleine ist. Unser Nachbarshund bellt im Trepenhaus und da die beiden sich überhaupt nicht leiden können, reagiert sie entsprechend mit einem „Wuffen“ darauf. Das konnte ich dann in den Aufnahmen des zweiten und dritten Drehtages erkennen. Nala ist also auch nicht perfekt 😉 . Sie hat sich allerdings auch selbst sehr schnell wieder beruhigt, als das Bellen im Treppenhaus aufgehört hatte. Also bin ich insgesamt sehr zufrieden mit dem Ergebnis 🙂 .

Tipps, das Alleinebleinen beizubringen

Abschließend habe ich noch ein paar Tipps für euch, wie ihr eurem Hund das Alleinebleiben so sanft wie möglich beibringen könnt.

Nicht nur bei Welpen, sondern auch bei erwachsenen Hunden, die noch nicht alleine bleiben können, lohnt es sich, mit ganz ganz kurzen Zeitintervallen zu beginnen. Anfangs kann man für ein paar Sekunden den Raum wechseln, dann für ein paar (2-3) Minuten. Wenn das gut funktioniert, kannst du auch mal die Wohnung für 2-3 Minuten verlassen. WICHTIG: verabschiede dich nicht großartig von deinem Hund und lobe ihn auch nicht, wenn du nach ein paar Minuten wieder in die Wohnung zurückkommst. Dein Hund soll lernen, dass das Alleinebleiben ganz „normal“ ist und nicht schon mit der Erwartungshaltung vor der Tür lauern, gleich die tollste Belohnung zu erhalten. Wir möchten ja, dass unser Hund ruhig und entspannt ist, wenn wir in die Wohnung zurückkehren.

Nach und nach können die Zeitintervalle dann vergrößert werden. Hier gilt es aber, die Dauer des Alleinebleibens immer erst zu erhöhen, wenn der Hund die Zeit bisher gut aushalten konnte. Beginnst du direkt mit einer Steigerung von mehreren Stunden, wenn dein Hund gerade mal 10 Minuten gewohnt ist, könnte das bei sensiblen Hunden Unsicherheit bis hin zu Verlassensängsten auslösen. Und genau das wollen wir ja nicht.

Hier ist aber – wie immer – jeder Hund individuell zu betrachten. Einigen sensiblen Hunden hilft es vielleicht, wenn du dich kurz und schmerzlos verabschiedest, z.B. „bis gleich“ und die Wohnung nicht plötzlich verlässt und dein Hund orientierungslos in der Wohnung herumspaziert und dich sucht 😉 . Andere reagieren vielleicht etwas schreckhaft, wenn du dich zum Verabschieden herunterbeugst und könnten es eher verkraften, wenn man einfach kommentarlos verschwindet.

Tipp: Solltest du deinen Hund bellen hören, wenn du gerade in deine Wohnung zurückkehren möchtest, warte noch einen Moment ab und versuche einen Zeitpunkt zu erwischen, in dem dein Hund ruhig ist und nicht bellt. Sonst stellt er womöglich die Verknüpfug her: „wenn ich belle, dann kommen meine Menschen zurück“. Aber er soll ja lernen, dass seine Menschen zurückkommen, wenn er nicht bellt.

Wie handhabst du das Alleinebleiben? Klappt es gut? Oder habt ihr Schwierigkeiten? Bellt dein Hund vielleicht oder liegt er entspannt in seinem Körbchen, wenn du nach Hause kommst? 🙂 Ich bin auf deine Erfahrungen gespannt!

4 Comments

  1. Maike sagt:

    Toller und sehr interessanter Beitrag!!! Unsere Labbidame ist mittlerweile 7 1/2 Jahre und hat das „Alleinsein“ natürlich schon gelernt. Da ich einen tollen Chef habe, darf sie mit ins Büro. Aber da ich 2 Tage die Woche lange arbeite, bleibt sie bis mittags allein. Dann kommt nämlich unsere Tochter aus der Schule und kümmert sich um unsere Fellnase.
    Sie ist eigentlich ein sehr entspannter Hund. Trotzdem würde es mich sehr interessieren, was sie in unserer Abwesenheit treibt. Denn seit kurzer Zeit klaut sie tatsächlich Süßigkeiten vom Tisch. Das hat sie vorher NIE gemacht – egal, ob es auf dem für sie sehr gut erreichbaren Couchtisch stand oder in der Küche auf der Arbeitsfläche. Ich weiß nicht, ob es an der Verfressenheit der Labbis liegt oder ob ihr einfach nur langweilig ist.
    Damit sie über den Vormittag was zu tun hat, bin ich gerade dabei, ihr einen Schnüffelteppich zu basteln. Aber der ist noch nicht fertig….

    Ich werde heute Abend mal mit meinen Lieben sprechen, ob sie auch damit einverstanden sind, an dieser tollen Studio teilzunehmen. Vielen Dank für Deinen Tipp 🙂

    • Kiki sagt:

      Hallo liebe Maike 🙂
      Vielen lieben Dank! Dass dir der Beitrag gefällt, freut mich sehr! Schön, dass ihr so eine gute Routine für das Alleinebleiben geschaffen habt und es auch im Büro so unkompliziert funktioniert. Vielleicht hilft es, wenn ihr sie direkt vor dem Alleinelassen auslastet. Der Schnüffelteppich ist sehr gut für die Kopfarbeit geeignet, sollte aber eigentlich besser gemeinsam mit dem Halter gemacht und nicht dem Hund alleine überlassen werden. Klar ist das etas ärgerlich mit den Süßigkeiten 😉 Vielleicht bekommt ihr ja durch die Studie einen besseren Einblick, warum sie das plötzlich tut. Bis dahin würde ich sie Süßigkeiten auf jeden Fall wegstellen – Schoki tut dem Labbi-Bauch ja nicht so gut 😉 . Und es auf jeden Fall mit etwas mehr Auslastung direkt vor dem Spaziergang probieren.
      Viel Spaß bei der Studie und ganz liebe Grüße! 🙂
      Kiki und Nala

  2. Jeanette und Zorro sagt:

    Schöner Beitrag 🙂 Ich habe uns jetzt auch mal für die Studie angemeldet. Finde ich sehr interessant und ist echt ne super Gelegenheit seinen Hund mal zu beobachten. Richtig gut, dass Nala so entspannt ist und die ganze Zeit schläft. Wenn wir auf der Arbeit sind hat Zorro schon so einiges mal unfug gebaut, obwohl wir ihn von Anfang an langsam an das Alleine bleiben gewöhnt haben. Erst lief auch alles gut aber mit der Zahnung find er an Tapeten anzuknabbern, und den Papier Müll auseinander zu nehmen. Das macht er nicht jeden Tag aber wenn wir nach Hause kommen und es mal wieder wüst aussieht nervt es trotzdem. Nun ist er aber auch erst 10 Monate alt deswegen hoffe ich das legt sich noch. Wir gehen auch in die Hundeschule und ich habe vom Trainer einige Tips bekommen, leider haben die aber bisher noch nicht gefruchtet.

    Liebe Grüße Jeanette und Zorro

    • Kiki sagt:

      Hallo Jeanette und Zorro 🙂
      Vielen, lieben Dank! Das finde ich ja toll, dass ihr jetzt auch an der Studie teilnehmt! Klar, im Alter von 10 Monaten haben Hunde natürlich noch viel Unfug im Kopf 😉 Aber ihr könnt trotzdem einiges tun, damit Zorro ruhig alleine zuhause bleiben kann. Ich weiß nicht, was dir dein Hundetrainer geraten hat, aber bei uns hat es viel geholfen, Nala vorher gut auszulasten. Wir sind morgens vor der Arbeit schon ca. 45-60 Minuten spazieren gegangen. Und danach ist der Hund erst mal kaputt und die Bereitschaft, irgendwo drauf herumzukauen oder sich anderweitig Beschäftigung zu suchen, ist dann ziemlich gering. Wenn das mit dem Herumkauen allerdings am Zahnen liegt, dann würde ich deinem Hund einen Kaugegenstand geben, über den er auch immer verfügen darf und an dem er sich auslassen kann.
      Ich hoffe, das hilft euch!
      Liebe Grüße und ganz viel Spaß bei der Studie! 🙂
      Kiki und Nala

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