„Richtig“ an der Leine ziehen

14.01.2016

Wie man sich korrekt an der Leine verhält und die Leinenführigkeit trainiert, das habe ich bereits in vorherigen Beiträgen erläutert (Am anderen Ender der Leine und Training Leinenführigkeit). Aber seien wir doch mal ehrlich: auch wenn der Wauwi meistens fein an der Leine läuft, so kommt man doch hin und wieder in Situationen, in denen die Leine unter Spannung gerät. Wie man sich in dieser Situation trotzdem richtig verhält, dazu möchte ich euch gerne ein paar Tipps geben.

Den richtigen Winkel finden

Wie man "falsch" an der Leine zieht

Wie man „falsch“ an der Leine zieht

Wenn Nala mal wieder einen auf dem Weg liegenden Apfel entdeckt hat, dann gibt es für sie in diesem Moment nichts wichtigeres, als dieses Stück Obst zu erreichen. Erkenne ich den Apfel rechtzeitig vor ihr, dann habe ich noch ganz gute Chancen einzugreifen und das Ziehen an der Leine zu verhinden. Hat sie ihn jedoch vor mir geortet, dann kann man nur noch eines tun und zwar richtig in die Leine eingreifen. Der Hund zieht also zur besagten Stelle. Nun ist die Leine in den meisten Fällen frontal unter Spannung, das heißt, man steht wahrscheinlich direkt hinter seinem Hund. Aus dieser Perspektive wirst du deinen Hund nicht erfolgreich korrigieren können, da du keine Möglichkeit hast, seinen Kopf zu „lenken“. Ziehst du in dieser Situation selbst an der Leine, so lehnt sich dein Hund mit seinem vollen Gewicht dagegen. Diese Korrektur endet nur in Frustration und Schmerz. Auch wenn Hunde eine stabile Nackenmuskulatur haben, so sollte man dennoch nicht unnötig an ihr herumzerren und Kraft darauf ausüben. Im Nacken liegt das Genick und das wollen wir natürlich nicht beschädigen oder gar brechen 😉 .
Besser ist es, seinen Hund in eine andere Richtung „umzulenken“. Das ist schonender für die Halsmuskulatur und so zerren nicht beiden Parteien in die jeweils entgegengesetzte Richtung. Zieht dein Hund nach vorne, so ziehst du am besten nach rechts (oder links, je nachdem) und führst damit automatisch den Kopf deines Hundes in die richtige Richtung – nämlich Weg von der Stelle.

Das Halsband richtig anlegen

Wie man "richtig" an der Leine zieht (seitlich)

Wie man „richtig“ an der Leine zieht (seitlich)

Trägt dein Hund kein Halsband, sondern ein Geschirr, dann ist die Gefahr zwar nicht so groß, dass der Nacken beschädigt wird, er wird sich aber um so mehr in das Geschirr lehnen, da er in seinem Gleichgewicht so mehr Kraft mobilisieren kann. In dieser Situation ist es auch von Vorteil, wenn das Halsband nicht unten am Hals, sondern oben am Nacken sitzt. Es sollte nicht zu locker sein und verhindert werden, dass es herunterrutscht. Natürlich sollte es auch nicht zu eng sitzen. Der Hund soll ja noch weiterhin Luft bekommen und problemlos atmen können. Mein Tipp: Teste mit deinem Finger, wie fest das Halsband sitzt. Du solltest ein kleines bisschen Druck aufwenden, um deinen Finger zwischen Halsband und Nacken zu schieben. Bist du dir unsicher, entscheide dich lieber für die lockerere Variante. Die Gesundheit des Hundes steht an erster Stelle und die möchten wir auf keinen Fall gefährden. Dein Hund müsste ein gut sitzendes Halsband allerdings pronlemlos ertragen können (solange er keine Beschwerden im Nackenbereich hat).

Die Spannung im richtigen Moment wieder lösen

Die Spannung im richtigen Moment lösen

Die Spannung im richtigen Moment lösen

Hast du deinen Hund erst mal in die richtige Bahn gelenkt, solltest du die Spannung schnellstmöglich wieder von der Leine nehmen. Jetzt konzentrieren wir uns wieder darauf, dass die Leine locker durchhängt. Denn wir erinnern uns: Spannung auf der Leine erzeugt auch (An)Spannung bei Hund und Halter.
Im besten Fall zerrst du deinen Hund nicht komplett von der Stelle des Ziehens bis zu dir neben dich – zerrren sowieso nicht! – sondern ziehst deinen Hund vorsichtig aber bestimmt ein Stück zu dir, sodass er die letzten Schritte selbst aus eigener Motivation geht. In dem Moment, in dem sich dein Hund von selbst von der Stelle weg auf dich zu bewegt, sollte die Leine wieder locker gelassen werden. Der Hund versteht dieses Prinzip sehr schnell und wird zukünftig dann öfters von sich aus auf diese Art der Korrektur reagieren. Diesen Moment zu erkennen erfordert allerdings etwas Übung und genaues Hinschauen. Mit der Zeit hat man es aber ganz gut im Gefühl, wann die Spannung wieder gelöst werden kann 🙂 .

Spaziergang ohne Leinenzug

Spaziergang ohne Leinenzug

Abschließend möchte ich noch mal sagen, dass an der Leine zu ziehen nie die optimale Lösung ist. Man sollte immer versuchen, die Situation auf anderem Wege zu lösen (mit Leckerlies locken, ansprechen, vorbeugend handeln etc.). Wenn es jedoch gar nicht anders geht – und ich denke, in dieser Situation kann sich jeder mal befinden -, dann hoffe ich, dass meine Tipps euch etwas Hilfestellung bieten konnten! 🙂 .

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