Warum das Kommando „Schnuppern“ zur Leinenführigkeit beiträgt

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Warum das Kommando „Schnuppern“ zur Leinenführigkeit beiträgt

28.03.2016

Schnuppern auf Spaziergängen – damit werden die meisten jetzt wahrscheinlich Auslastung und Beschäftigung in Form von Futtersuchspielen verbinden. Doch darauf möchte ich heute nicht hinaus.

Das Thema Leinenführigkeit ist ein Thema, was nicht nur mir, sondern vielen Hundehaltern sehr am Herzen liegt. Man verbringt täglich Stunden mit dem Hund an der Leine und wünscht sich daher natürlich, dass diese gemeinsamen Stunden auch stressfrei genutzt werden können.

Das Kommando „Schnuppern“ kann dabei helfen

Leinenührigkeit bedeutet nicht, dass dein Hund dauerhaft streng „bei Fuß“ gehen muss. Für mich bedeutet gute Leinenführigkeit, dass mein Hund nicht an der Leine zieht, mir nicht den Weg kreuzt und „bei Fuß“ läuft, wenn ich das Kommando dafür gebe. Die Einhaltung dieser Regeln erfordert von meinem Hund aber eine dauerhafte Konzentration. Und was lenkt dabei besonders ab? Genau! Gerüche 😉 .

Schnuppern ist wichtig für den Hund und sollte ihm auch bei jedem Spaziergang erlaubt und geboten werden. Es ist eine natürliche Verhaltensweise, Beschäftigung und Informationsaufahme der gesamten Umwelt. Ein dauerhaftes Beifuß-Gehen lässt dies aber nicht zu und führt den Hund irgendwann in die Situation, dass er das Kommando bricht, an der Leine zieht, um dann an gewünschter Position endlich seiner Beschäftigung nachkommen zu können – dem Schnuppern.

Das An-der-Leine-ziehen wollen wir in der Leinenführigkeit aber vermeiden, daher habe ich für Nala das Kommando „Schnupper“ (oder „Schnuppern“) eingeführt. Es erlaubt ihr, länger und ausgiebiger an einer Stelle zu schnuppern, bis sie keine Lust mehr hat oder ich keine Lust mehr habe 😉 . Dabei wäge ich natürlich ab, ob die Stelle für sie interessant oder uninteressant ist. Wenn es weitergeht, sage ich „Nala, komm“ oder gehe einfach weiter. Mittlerweile haben wir das ganz gut raus.

Unsere Leinenführigkeits-Routine

Um die Situation vielleicht besser nachvollziehen zu können, gebe ich mal einen kurzen Einblick, in unsere Leinenführigkeits-Routine. Es gibt bei uns sozusagen drei Bewegungsformen: Normal, Fuß und Schnuppern.
Bei Normal hängt die Leine locker durch und ist nicht unter Spannung. Nala darf dann etwas vor oder etwas hinter mir laufen und auch während des Gehens kurz Schnuppern. Was sie nicht darf, ist mir vor den Füßen herumzulaufen, den Weg zu kreuzen oder an der Leine zu ziehen.
Bei Fuß läuft Nala in Kniehöhe an meiner linken Seite, ist mit ihrer Konzentration vollkommen bei mir und darf nicht schnuppern. Der Kopf sollte nicht auf dem Boden sein. Dieses Kommando gebe ich zwischendurch für kurze Zeitspannen zum Üben oder auch, wenn beispielsweise ein anderer Hund entgegenkommt oder in anderen Situationen, die ein konzentriertes Laufen am Halter erfordern.
Bei Schnupper gebe ich ihr während des „Normalen“ Gassigehens (nicht bei Fuß!) die Möglichkeit ausgiebiger zu schnuppern. Dann darf sie im Rahmen der Leine ohne zu ziehen links und rechts schnuppern und auch vor mir herlaufen. Ich lasse ihr dann auch oftmals die Zeit und lasse sie zu Ende schnuppern, bis sie von sich aus weitergehen möchte.

Unterschied von Schnuppern und dem Kommando „Schnupper“

Jetzt habe ich ja erzählt, dass ich Nala auch während des „normalen“ Laufens mal schnuppern lasse. Das passiert aber meistens nur kurz beim Vorbeigehen. Gelegentlich bleibe ich auch mal kurz stehen, gehe dann aber nach ein paar Sekunden weiter (außer natürlich sie erledigt dann ihr Geschäft, denn dafür wird vorher ja auch geschnuppert 😉 ).
Es mag sein, dass es nicht für alle Hundehalter sinnvoll bzw. notwendig ist, dieses Signal einzuführen, da der Hund entweder nicht sehr viel schnuppert oder nicht so häufig abgelenkt ist oder auch, wenn er nicht an der Leine zieht. Als Nala damals zu uns kam, hat mir das Kommando nach einiger Zeit jedoch sehr geholfen, denn sie zog sehr an der Leine, hat überall ewig geschnuppert, wollte jeden Hund begrüßen. Das Kommando „Schnupper“ hilft dir in diesem Fall die Kontrolle zu übernehmen. Der Hund weiß irgendwann: „Okay, ich darf schnuppern, das wird mir nicht verboten. Aber wenn Herrchen oder Frauchen sagt, es geht weiter, dann geht es weiter.“ Es geht dabei auch nicht darum, den Hund vollkommen zu kontrollieren und alles für ihn zu bestimmen. Manchmal, wenn ich weiß, dass Nala unbedingt an einer Stelle schnuppern will und sie dorthin zieht, dann korrigiere ich sie zuerst bis sie hört und gehe anschließend mit ihr zu dieser Stelle zurück. Wenn sie sich dann ruhig verhält und nicht zieht, gebe ich ihr das Kommando, sodass sie weiß, sie darf jetzt schnuppern. Die Wünsche des Hundes können so also trotzdem noch berücksichigt und erfüllt werden, nur lernt dein Hund eben dadurch, dass er die Kommandos zu befolgen hat, um das zu bekommen, was er will. Und so haben eben beide etwas davon: Hund und Herrchen 🙂 .

Wie bringe ich meinem Hund das Kommando bei?

Ehrlich gesagt haben wir uns nicht explizit Zeit genommen, um „Schnupper“ zu lernen. Ich habe irgendwann damit anfangen das Kommando zu sagen und mit meiner Hand eine Geste gezeigt, in die Richtung, in der Nala schnuppern sollte. Ab dann habe ich es konsequent so durchgezogen und irgendwann hatte sie es dann verstanden. Um es dem Hund aber eindeutig beizubringen, kannst du deinen Hund auch neben dich rufen, ihn zum Blickkontakt auffordern und dann die Geste mit der Hand in Schnupperrichtung geben und dabei das Signalwort sagen. Dein Hund bekommt zur Belohnung einerseits die Erlaubnis zu schnuppern, als Unterstützung kannst du aber anfangs auch noch verbal loben, sodass dein Hund versteht, dass er das Kommando richtig befolgt hat.

Warum Nala das Kommando liebt

Nala ist ein typischer Labbi: mit ihrem „will to please“ liebt sie es, Kommandos korrekt auszuführen und dafür entsprechend über mein euphorisches Lob oder ein Leckerlie belohnt zu werden. Was aber noch besser ist: sie bekommt ja nicht nur das Lob über mich, sondern auch noch die zweite Belohnung, nämlich das Schnuppern. Und so hat sich nach und nach eine Art Frage-und-Antwort-Spiel zwischen uns entwickelt 😉 . Wenn sie unbedingt irgendwo schuppern möchte, dann kommt es vor, dass sie etwas langsamer geht, mich ansieht und den Kopf etwas schief legt. So als würde sie fragen: „Mami, darf ich?“. Dieses Verhalten belohne ich natürlich und gebe ihr dann das Kommando „Schnupper„.

Weitere Tipps zur Leinenführigkeit

Natürlich ist das Kommando „Schnupper“ längst noch nicht alles in der Leinenführigkeit, sondern lediglich eine sinnvolle Ergänzung zu einem ausgeglichenen Spaziergang.
Weitere nützliche Informationen zur Leinenführigkeit findest du in dem Beitrag „Am anderen Ende der Leine“, in dem das Prinzip und der Sinn und Zweck der Leine erklärt werden, eine Trainingsanleitung zum „Training Leinenführigkeit“. Hier findest du eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für das Bei-Fuß-Laufen. Außerdem habe ich einige Tipps zusammengefasst, wie man „Richtig“ an der Leine zieht, um die Situation „Leine unter Spannung“ richtig zu handhaben.

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