Kommando „halten“

18.04.2016

Schwerpunktmäßig gehe ich auf diesem Blog ja eigentlich nicht auf Tricks ein, da Nala und ich einfach nicht die erfahrensten Trickserinnen sind und sie hauptsächlich aus der Leckerli-Motivation heraus meinen Anforderungen versucht nachzukommen 😉 . Beschäftigen tun wir uns aber natürlich trotzdem mit kleinen Tricks und Kunststückchen. Und da viele von euch via snapchat und Instagram nach Tipps gefragt haben, werde ich euch mal versuchen zu erklären, wie Nala und ich das Kommando „halten“ gemeistert haben 🙂 .

Vorbereitungen

Ein paar wenige Vorbereitungen solltest du treffen, bevor es mit dem Training losgeht.

1. Signalwort: Wir haben uns ganz einfach für das Wort „halten“ entschieden. Macht ja auch Sinn 😉 . Dem Hund ist das Wort allerdings egal, du kannst also jedes beliebige Wort verwenden. Einmal entschieden, solltest du jedoch bei dem Wort bleiben. (Mein Tipp: solltest du mit der Übung bereits begonnen haben uns es will einfach nicht so recht klappen, dann macht es eventuell Sinn, die Übung neu aufzubauen und dafür auch ein neues Wort zu benutzen.)

2. Markerwort oder Clicker: Bist du clickererfahren, kannst du für das Training deinen Clicker benutzen. Ich persönlich habe nie wirklich einen Draht zum Clicker aufgebaut und belohne einfach mit verbalem Lob und Leckerlis. Jedes Mensch-Hund-Team so, wie es am besten kann 🙂 .

3. Gegenstand zum Halten: Wir haben ja ein wunderschönes Zergel geschenkt bekommen und haben das komplette Training mit diesem Gegenstand aufgebaut. Im Optimalfall benutzt du einen Gegenstand, der nicht zu schwer ist und sich angenehm im Maul anfühlt. Außerdem sollte dein Hund nicht bereits Aufregung und Spiel mit dem Gegenstand verknüpft haben.

4. Leckerlis: Was wäre ein Training ohne Leckerlis? Genau – ein langweiliges 😉 . Alternativ nimmst du das zur Belohnung, das bei euch am besten klappt. Eine Belohnung kann auch ein Spielzeug oder Körperkontakt sein. Du kennst deinen Hund ja am besten und weißt, was für ihn die beste Belohnung darstellt 🙂 . Im Folgenden schildere ich den Trainingsaufbau mit Leckerlis.

Trainingsaufbau

Hast du alle Vorbereitungen getroffen, können wir jetzt mit dem Training starten.

Schritt 1: Rufe deinen Hund zu dir ins „Sitz“. Zeige ihm den Gegenstand und halte ihn vors Maul. Wenn dein Hund von sich aus den Gegenstand berührt, lobst/clickst du und gibst ein Leckerli. Dies wiederholst du einige Male. Anfangs dauert es vielleicht etwas, bis dein Hund verstanden hat, was du von ihm willst. Wenn er es aber einmal verstanden hat, wird er das Verhalten immer öfter zeigen. Das ist der Punkt, an dem du zum nächsten Schritt wechseln kannst.

Schritt 2: In diesem Schritt soll dein Hund lernen, den Gegenstand in das Maul zu nehmen. Einigen Hunden scheint das wirklich unangenehm zu sein, warum auch immer 😉 . Hier lohn es sich aber, beständig zu bleiben! Ich habe es so gemacht, dass ich immer etwas mit dem Zergel vor Nalas Maul „herumgefuchtelt“ habe. Teste am besten selbst ein bisschen herum, was deinen Hund animiert, den Gegenstand zu nehmen. Dann hat sie es irgendwann einfach von selbst ins Maul genommen – zwar nur ganz kurz – aber immerhin! Dieses Verhalten wird natürlich sofort belohnt! Egal, wie kurz dein Hund den Gegensand im Maul behält, es ist ganz, ganz toll von ihm! Den Gegenstand länger im Maul zu behalten, lernen wir dann im nächsten Schritt. Übrigens habe ich bereits an dieser Stelle das Signalwort „halten“ eingeführt. Und zwar beim dritten oder vierten Mal, als Nala den Gegenstand ins Maul nahm. Genau diesen Moment habe ich genutzt, um das Signal auszusprechen. Danach – als ich das Gefühl hatte, dass Nala den Zusammenhang zwischen Wort und Handlung verstanden hatte – habe ich es bereits als Ankündigung genutzt.
In diesem Schritt hingen wir ewig fest, bis es endlich zuverlässig funktionierte! Aber bleibe dran – es lohnt sich auf jeden Fall! 🙂

Schritt 3: Zu dem letzten Schritt habe ich die meisten Fragen gestellt bekommen und auch selbst am meisten Tipps bekommen, als ich selbst nicht weiter wusste 😉 . Wie bekomme ich es jetzt hin, dass mein Hund den Gegenstand so lange im Maul behält, bis ich das Kommando wieder auflöse? An dieser Stelle bin ich auch fast verzweifelt und war tatsächlich kurz davor, aufzugeben. Weil ich es aber der lieben Carina versprochen hatte und sie uns ja extra das Zergel zum Üben geschenkt hatte, musste ich mir unbedingt etwas einfallen lassen!
Anfangs habe ich es mit dem Kommando „bleib“ versucht, was bei Carina und ihrer Nala (ihre Sheltie-Hündin heißt nämlich auch Nala 🙂 ) zum Beispiel super geklappt hat! Dazu gibt man das Signal „halten“, lässt den Hund den Gegenstand ins Maul nehmen und gibt sofort das Kommando „bleib“. Meine Nala hat das aber überhaupt nicht verstanden oder war vielleicht mit zwei verschiedenen Kommandos etwas überfordert. Ich vermute mal, dass diese Variante eher für die intelligenteren Hundis gedacht ist, die nicht so denkfaul sind :-p . Aber Probieren geht über Studieren, daher versuchte es doch einfach mal.
Der Tipp, der uns dann unheimlich weitergeholfen hat, kam der von der lieben Jasmin 🙂 . Sie hat ihrer Sheltie-Hündin Bailey (ja, ich weiß, echt fies für Nala als Labradorin bei zwei so schlauen Sheltie-Hündinnen mithalten zu müssen 😉 ) das Kommando „halten“ nämlich mit einem super Trick beigebracht. Und zwar hat sie den Gegenstand mit festgehalten. So habe ich es dann auch versucht und nach ein paar Anläufen, hat es dann direkt geklappt! Anfangs hat sich Nala etwas gewehrt und hat mit ihrem Kopf versucht auszuweichen. Aber ich bin konsequent geblieben und habe das Zergel so lange festgehalten, bis sie in eine Art „Starre“ verfallen ist 😀 . Sie hat das Zergel dann einfach plötzlich festgehalten. Die Zeitspanne habe ich dann für den Anfang naütrlich relativ kurz gewählt und schon nach 2-3 Sekunden das Auflösewort „okay“ gegeben und ein riiiesen Lob und einen Haufen Leckerlis folgen lassen. Das war unser Durchbruch.

Durchhalten!

Dieser Trainingsaufbau hat bei uns super geklappt. Bis Nala „halten“ konnte, hat es aber auch über einen Monat gebraucht, da wir total lange, wie viele von euch auch, an dieser Stelle festhingen, an der sie den Gegenstand nicht länger halten wollte. Der eine Hund lernt eben schneller, der andere langsamer. Aber das Lerntempo steht und fällt eben auch mit der Kreativität und dem Einfallsreichtum und vor allem mit dem Durchhaltevermögen des Herrchens 🙂 . Es ist ja unsere Aufgabe, dem Hund verständlich zu machen, was wir von ihm wollen. Je besser du den Trainingsablauf verstehst, desto besser kannst du es deinem Hund verständlich machen und desto schneller wird dieser Trick gelingen. Halte durch! Wenn ich dir bei diesem Trick einen Tipp mit auf den Weg geben kann, dann diesen: durchhalten! Irgendwann gibt es die Leckerlis nur noch für korrekt ausgeführtes Verhalten und dann wird dein Hund durch Ausprobieren versuchen, das richtige, erwünschte Verhalten zu finden.
Ich persönlich bin ja der Meinung, dass Nala nicht der intelligenteste Hund ist – was überhaupt nicht abwertend oder böse gemeint ist, manchmal ist es ja auch ganz angenehm, seinen Hund nicht übermäßig viel mit Kopfarbeit auslasten zu müssen 😉 . Sie lernt jedoch nicht besonders schnell. Aber wenn selbst wir beiden diesen Trick hinbekommen haben, dann bin ich mir sicher, dass du und dein Hund das auch schaffen! Ich freue mich schon, von euren Trainingserfolgen zu hören und wünsche euch ganz viel Spaß und Erfolg beim Üben! 🙂

Übrigens bin ich super stolz auf Nala! Als wir gerade das Fotoshooting für diesen Blogbeitrag gemacht haben, hatte ich den „halten“-Zettel zwar vorbereitet, aber gar nicht damit gerechnet, dass die es schafft, ihn tatsächlich zu halten! Ehrlich gesagt hatte ich schon eingeplant, den Zettel am Zergel festzukleben 😉 . Aber siehe da: mit etwas Üben und Durchhaltevermögen hat Nala es beim fünften oder sechsten Versuch verstanden. Glücklich sieht sie zwar nicht aus, aber ich bin mir sicher, dass die Fleischwurst, die sie zur Belohnung ergattern konnte, einen fairen Ausgleich dazu geschaffen hat 😉 . Vielleicht ist meine Maus ja doch schlauer, als ich dachte (oder eben die Motivaion groß genug!).

11 Comments

  1. Ann-Kathrin/ Jacky sagt:

    Hallo☺
    Das war ein sehr toller Blog Beitrag!👍 Der Trick wird auch direkt morgen ausprobiert! Mal sehen wie lange die Jacky dafür braucht um es zu verstehen.
    LG Ann-Kathrin und Jacky ☺

    • Kiki sagt:

      Hallo liebe Ann-Kathrin 🙂
      Vielen Dank für deine lieben Worte! Es freut mich, dass dir der Beitrag gefällt 🙂
      Ich wünsche euch ganz viel Spaß und Erfolg beim Üben!
      Liebe Grüße,
      Kiki

  2. Hallo ihr beiden,
    Ein echt schöner und sehr informativer Beitrag über das Komando „Halten“. Kessie und Ich werden es nun mit eueren Tricks versuchen, wir üben schon recht lange an diesem Komando doch irgenwie klappt es nicht sorichtig. Naja gut ding braucht zeit, wie man so schön sagt. Das Komando (bei uns) „Eiinparken“ dauerte allerdings auch etwas länger, mal schauen wie sich das ganze entwickelt. LG Lucie & Kessie 😉

    • Kiki sagt:

      Vielen Dank ihr beiden 🙂
      Genau, wie du schon sagst: dranbleiben lohnt sich! Wenn ich dir bei diesem Trick einen Rat mitgeben kann, dann diesen. Wir haben auch recht lange für „halten“ gebraucht. Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass Tricks und Kommandos, die intensiv gelernt wurden, später mit mehr Freude und Begeisterung vom Hund ausgeführt werden 😉
      Also bleibt dran – es lohnt sich auf jeden Fall. Am wichtigsten ist jedoch den Spaß an der Sache nicht zu verlieren 🐾
      Ganz liebe Grüße! ❤️

  3. Alena sagt:

    So toll das Nali das Kommando jetzt endlich beherrscht!😍 Lilli und ich kämpfen Immernoch förmlich mit diesem Kommando, seit 2 Monaten 🙄
    Aber wir geben nicht auf! Mir müsste mal jemand beim Trainieren zuschauen und mir erklären wo der Fehler liegt, der liegt nämlich bestimmt bei mir und nicht bei Lilli!
    Liebe Grüße von Alena & Lilli❤️🐾

    • Kiki sagt:

      Hallo liebe Alena 🙂
      Ich kann deine Frustration wirklich nachvollziehen! So ging es uns ja eine ganze Zeit lang auch. Aber ihr schafft das schon! Der eine Hund versteht das Kommando eben schneller, der andere etwas langsamer. Wir waren auch von der langsameren Sorte 😉
      Wenn du magst, kannst du mir gerne mal ein Video oder einen Snap von euch beim Üben schicken. Dann schaue ich mir das mal an, wenn du magst.
      Hauptsache ihr verliert den Spaß nicht an der Sache, das ist das Wichtigste 🙂
      Ganz liebe Grüße von Kiki und Nala ❤️

  4. Jasmin&Marley sagt:

    Hallo 🙂
    Ein sehr guter Blogeintrag, der wird mir und Marley bestimmt sehr weiter helfen. Ich habe es auch mal versucht, aber Marley hat nie verstanden was ich von ihm will 😀 Dank deinen Tipps fang ich nochmal gaanz von vorne an. 🙂 Wir wollen jetzt aber auch Anfangen den Rückruf zu trainieren. Meinst du der Hund ist dann überfordert wenn er zwei Sachen lernt oder sollte man lieber eins nach dem anderen machen? Wie macht ihr das so? Lg Jasmin

    • Kiki sagt:

      Vielen Dank, liebe Jasmin 🙂 Wenn wir Tricks üben, dann lernen wir meistens nur an einem. Den Rückruf kannst du aber auf jeden Fall zur gleichen Zeit wie „halten“ einüben! Der Rückruf sollte im besten Fall auch regelmäßig wiederholt werden. Hier findet das Training ja auch meist draußen statt, das „halten“ Üben meistens drinnen. Das versteht Marley schon, keine Sorge! 🙂
      Viel Erfolg und Spaß beim Üben 🙂

  5. Steffi sagt:

    Ich habe mich so auf diesen Blogbeitrag gefreut ☺️ Er ist toll geworden! Ich muss zugeben dass Luna und ich das Training vorerst unterbrochen haben, aber jetzt bin ich wieder motiviert 🐶❤️👏🏼

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