FMH – Vorbereitungen zum Joggen

23.02.2016

Zwei Schritte sind entscheidend auf deinem Weg in einen gesunden Lifestyle – Bewegung und Ernährung. Heute möchte ich mich dem Thema Bewegung, genauer gesagt dem Thema Joggen, widmen und dir zeigen, welche Vorbereitungen du und dein Hund treffen solltet, bevor ihr mit dem Laufen so richtig durchstarten könnt! 🙂

Langsam anfangen

Für den Anfang ist es unrealistisch, sich zu hohe Ziele zu stecken, wie zum Beispiel jeden zweiten Tag zehn Kilometer laufen zu gehen. Das ist frustrierend und viel zu anstrengend für deinen Körper und auch für den Körper deines Hundes und macht auch überhaupt keinen Spaß. Nichts ist demotivierender, als seine Ziele ständig nicht zu erreichen. Daher fangen wir klein an 🙂 .

Wie ich schon in der Einleitung zum Thema „Fit sein mit Hund“ geschrieben habe, müssen sowohl wir Menschen, als auch unsere Hunde, Kondition langsam aufbauen. Es ist falsch, davon auzugehen, dass Hunde eine sehr viel bessere Kondition haben als wir Menschen. Die Erfahrung musste ich selbst machen, als ich Nala in der ersten Zeit bei uns mit zu viel Bewegung überforderte.

Das richtige Tempo finden

Fit sein mit Hund - Vorbereitungen zum Joggen

Klar, es gibt von Grund auf „fittere“ Hunde, bzw. Hunde mit mehr Energie, sowie Menschen mit mehr oder weniger Energie. Auf diese Energie sollte man sich auch einlassen und versuchen, einen gemeinsamen Nenner zu finden. Frei nach dem Motto: Der langsamere gibt das Tempo vor. Du und dein Hund, ihr bildet beim Joggen ein Team. Früher oder später wirst du verstehen, was ich damit meine. Wenn beide konzentriert sind und in ihrem „Flow“ nebeneinander herlaufen, an nichts denken und einfach dieses gemeinschaftliche Gefühl spüren. Das ist Verbundenheit! Und dann funktioniert das Joggen auch richtig gut!

Nicht zu ehrgeizig sein

Sind wir also ehrlich zu uns. Ist es dein Hund, der mehr Energie hat oder bist du es, der deinen Hund auf Spaziergängen animieren muss das Tempo zu halten? Ich glaube, dass die meisten von euch mir auf Anhieb verraten können, wer im Team der „Couchpotatoe“ und wer die „Sportskanone“ ist. Für alle anderen: es kann natürlich sein, dass ihr euch auf dem gleichen Energie-Level befindet. Das ist auch super! So oder so, wir spielen uns jetzt aufeinander ein und bauen unsere Kondition gemeinsam auf. Worauf ich nur hinaus möchte: Wir richten uns IMMER nach dem Hund. Beim Joggen mit Hund geht dein Hund IMMER vor. Damit meine ich nicht, dass dein Hund Ton und Tempo vorgeben soll, sondern dass wir uns konditionell nach ihm richten. Einige Hunde können sich zwar bemerkbar machen, wenn sie nach einiger Zeit keine Puste mehr haben, andere Hunde jedoch versuchen mitzuhalten, obwohl sie schon vollkommen erschöpft sind. Wir wollen also nicht zu ehrgeizig sein und immer die Verfassung unseres Hundes im Blick haben und dementspreched darauf reagieren.

Letzte Vorbereitungen

Doch bevor es losgeht, solltest du noch einige Dinge beachten. Ich spreche jetzt aus Erfahrung und möchte dir nichts vorschreiben. Einige Tipps können aber mit Sicherheit helfen, den Start ins Joggen etwas zu vereinfachen.

Die richtigen Schuhe tragen: Wird häufig unterschätzt, ist aber gerade für Gelenke, Knie und Stabilität auf unterschiedlichen Beschaffenheiten der Böden sehr sinnvoll. Am besten testest du vorher, welche deiner Sportschuhe sich dafür am besten eignen. Später kann man sich immer noch in einem Sportgeschäft durch eine Laufanalyse die perfekten Laufschuhe anpassen lassen.

Fit sein mit Hund - Vorbereitungen zum Joggen

Mit Leine laufen: Für den Anfang kann ich dir nur empfehlen mit der Leine zu laufen! Also den Hund während des Joggens wirklich komplett an der Leine zu lassen. Für die Bindung ist es sinnvoll, wenn ihr erst mal nebeneinander herlauft. Es fördert aber auch, dass ihr euer Tempo aufeinander einstellt. Sonst sieht es nämlich eher so aus, dass du deinem Hund nur hinterherrennen wirst, glaube mir 😉 . Später, wenn man selbst und der Hund mehr Erfahrungen hat und weiß, was auf ihn zukommt (und der Rückruf zuverlässig funktioniert), kann man immer noch in den Freilauf wechseln.

Das Joggen testen: Bevor ihr eure erste Joggingstrecke lauft, würde ich empfehlen, mal bei einem Spaziergang zu testen, wie sich der Hund beim Laufen so macht. So kann man sich nämlich schon darauf einstellen, worauf man beim Joggen später zu achten hat. Viele Hunde reagieren durch das Loslaufen erst einmal aufgeregt und verhalten sich anders, als wenn man eine Weile miteinander läuft. Es könnte dann sein, dass sie das plötzliche Loslaufen als Animation zum Spielen verstehen. Versuche dann einfach noch etwas weiter zu laufen konzentriere dich darauf, ob dein Hund das Laufen als solches versteht oder ob es ihn eher dazu anregt noch mehr herumzuschnuppern und auf andere Hunde zu reagieren. Übrigens meine ich mit Laufen nicht Sprinten, sondern in einem lockeren Tempo zu „traben“ 😉 .

Die passende Strecke: Mache dir vorher Gedanken darüber, wo ihr am besten Joggen gehen könnt. Es bietet sich für die ersten Strecken an, dort zu laufen, wo nicht unheimlich viel Ablenkung besteht. Immerhin müsst ihr euch auch aufeinander konzentrieren. Für deinen Hund wird das sehr anstrengend sein und sozusagen eine doppelte Belastung durch körperliche und mentale Beanspruchung! Wenn die Ablenkung im Wald nicht zu groß ist (bei Hunden mit großem Jagdtrieb mag das vielleicht sein), kann man dort sehr gut seine ersten Schritte machen, ansonsten eignen sich auch Bauernwege oder Ähnliches. Die Beschaffenheit des Bodens sollte nur nicht zu matschig sein, da beide – Hund und Halter – sonst umknicken könnten.

Dauer und Tageszeit: Die Uhrzeit spielt auch eine wichtige Rolle. Ich gehe mit Nala mittlerweile auch noch bzw. schon laufen, wenn es dunkel ist. Allerdings nur dort, wo wir regelmäßig herjoggen und wir die Gegend und Beschaffenheit der Böden gut kennen. Für den Anfang ist es gut, im Hellen zu laufen. Ich finde, das ist sehr viel einfacher, wenn man sich noch aufeinander einspielen und für seinen Hund die Umgebung miteinschätzen muss.
Anfangs werdet ihr zwar nur kurze Zeiten laufen, aber es bietet sich dennoch an, genügend Zeit einzuplanen. Für die Eingewöhnung wäre es sehr ärgerlich, wenn man sich selbst und seinen Hund aufgrund von Zeitdruck zum schnelleren Laufen zwingt. Das möchten wir aber, wenn möglich, immer vermeiden – nicht nur anfangs.

Los geht`s!

So, du hast jetzt alle Vorbereitungen getroffen und dich informiert, was vor dem Start zu beachten ist. Behalte diese Dinge auch immer im Hinterkopf. Dann kann es jetz losgehen! 🙂 . Freut ihr euch schon? Wir uns auch!
Wie die perfekte erste Laufrunde aussieht, welche Dauer und Distanz du einhalten solltest und was ich dir sonst noch so für Tipps mit auf den Weg geben kann, das erfahrt ihr im nächsten Blogpost zum Thema „Fit sein mit Hund“!

2 Comments

  1. Jasmin sagt:

    Hallo liebe Kiki,

    so eine tolle Beitragsreihe hast du da! Ich bin schon ganz gespannt auf den nächsten Beitrag. Denn sobald Bailey 1 Jahr alt ist wollen wir auch langsam mit sportlichen Aktivitäten Anfangen. Joggen, Radfahren etc.
    Deinen Tipp zu testen wie der Hund sich verhält. Haben wir tatsächlich schon öfter gemacht und seit einiger Zeit haben wir das Kommando ‚Joggen‘ eingebaut. Das heißt ich sage das Kommando bevor ich loslaufe und mittlerweile versteht Bailey sehr gut, dass jetzt keine lauf-Spielrunde kommt sondern einfach nur laufen ;). Wir laufen dann so 50Meter und dann war’s das auch. Derzeit alles nur um zu gucken wie Bailey sich verhält. Aber jetzt kann es ja bald wirklich mit dem Joggen losgehen. Auch wenn mein Freund der Jogger unter uns ist, werde wohl ich anfangen mit Bailey zu trainieren. Denn ich habe so gar keine Kondition und die Gefahr Bailey ausversehen zu überfordern ist da sehr gering. Denn ich breche schon nach kurzer Zeit keuchend zusammen und das bei einem Lauftempo bei dem mich Schnecken überholen.
    ich hasse Joggen ehrlich gesagt auch. Aber ich dachte mir: mit Hund macht das vielleicht mehr Spaß.
    Und jetzt freue ich mich schon drauf und bin vor allem sehr gespannt wie dann mal unsere erste Hundebegegnung mit Hund ablaufen wird. Ob Bailey den Hund beim Laufen wohl ignoriert?

    LG

    Jasmin

    • Kiki sagt:

      Hallo Jasmin,
      danke für deinen lieben Kommentar 🙂 Ein Kommando für das Joggen einzuführen ist eine super Idee! So kann man den Hund perfekt darauf vorbereiten. Jetzt habt ihr da schon super geplant und ausreichend Zeit, um Bailey vorzubereiten. So würde ich das Kommando auch auf jeden Fall beibehalten. Denn wenn Bailey erst einmal verstanden hat, dass es sich beim Joggen um euch beide dreht, dann ist die Chance sehr hoch, dass sie andere Hunde während des Laufens eher ignoriert. Natürlich soll das nicht bedeuten, dass sie dann gar keine Hunde mehr begrüßen sollte – nur eben während der Laufphasen nicht.
      Über die Kondition mach dir mal nicht zu viele Gedanken 😉 Die baut sich sehr schnell auf und wenn man einen Hund als Motivator an seiner Seite hat, gibt man auch nicht zu schnell auf! 🙂

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