FMH – Joggen: Let’s go!

03.03.2016

Im letzten Blogbeitrag haben wir uns mit den Vorbereitungen zum Joggen beschäftigt und uns darüber informiert, auf was wir uns im Vorfeld einstellen sollten. Nun sind die Schuhe geschnürt, die Leine befestigt. Dann würde ich sagen, kann es jetzt endlich losgehen! 🙂 Let’s go!

Gib deinem Hund zuerst die Möglichkeit, sich zu lösen

Tageszeit und Strecke sind gewählt? Super! Dann willst du wahrscheinlich jetzt direkt loslaufen und Gas geben, richtig? Leider muss ich dich in deiner super motivierenden Einstellung etwas stoppen 😉 . So beeindruckend deine Motivation und dein Ehrgeiz auch sind: wir starten langsam. Sehr langsam. Und zwar im Schritttempo. Die ersten Meter oder auch Kilometer solltest du deinem Hund die Möglichkeit geben, sich zu lösen und etwas herumzuschnuppern. Schnuppern ist für Hunde ungemein wichtig und interessant. Daher ist es nur fair, dem Hund die Möglichkeit zu geben, dieser Aktivität nachzugehen, nachdem er sich die letzten Stunden drinnen aufgehalten hat. Danach kann er sich nämlich auch besser konzentrieren. Je nachdem wie du es handhabst, ist es nicht weiter wichtig, ob du ihn dabei an der Leine lässt oder ihn in den Freilauf übergibst, sofern die äußeren Umstände dies zulassen.

Sobald dein Hund sich gelöst und eine Weile geschnuppert hat (die Dauer liegt in deinem Ermessen; Nala gebe ich hierfür nicht mehr als fünf Minuten) rufst du ihn zu dir und nimmst ihn an die Leine. Und JETZT geht es endlich los! 🙂

Kommando „Joggen“

Wenn man vorher ein Kommando für das Joggen eingeführt hat (beispielsweise das Wort „Joggen“), so gibt man es dem Hund jetzt. So weiß er, was nun passiert und kann sich gegebenenfalls schneller auf die nun folgende Situation einstellen. Das Kommando ist nicht unbedingt von Nöten, kann für deinen Hund aber hilfreich sein. Wenn man nach einiger Zeit aufeinander eingespielt ist und ein gemeinsames Tempo gefunden hat, so fällt es eventuell leichter, dieses Tempo sofort zu halten. Andernfalls ist es für deinen Hund natürlich auch kopftechnisch anstrengend, sich immer an dein Tempo anzupassen. Ganz ohne Orientierung am Halter wird der Hund aber ohnehin nicht auskommen, denn das Tempo variiert zwischendurch ganz automatisch. Daher ist es auch nicht weiter dramatisch, dieses Kommando nicht zu benutzen. Für Nala habe ich auch kein Kommando eingeführt, was aber daran liegt, dass ich nie selbst auf die Idee gekommen bin 😉 . Im Nachhinein kann dieses Kommando aber noch genausogut eingeführt werden.

Intervalltraining

Die ersten Schritte laufe ich immer noch etwas langsamer, damit Nala etwas Zeit bekommt, sich an das neue Tempo zu gewöhnen und von Schnuppern auf „Konzentriert-an-der-Leine-laufen“ umzustellen. Meist dauert dieser Vorgang bei ihr ein bis zwei Kilometer, bis sie hoch konzentriert an meiner Seite läuft. Daher sei bitte nicht enttäuscht, wenn dein Hund nicht von Beginn an perfekt neben dir läuft. Du siehst, dass das auch bei erfahrenen Hunden seine Zeit braucht 😉 .
Damit die Konzentration und Kondition deines Hundes – und womöglich auch deine 😉 – nicht zu sehr strapaziert wird, laufen wir in Intervallen. Das bedeutet, dass wir eine Zeit lang konzentriert laufen, um dann eine Zeit lang wieder locker zu gehen. Je nach Kondition würde ich wirklich mit einem Intervall von zwei Minuten beginnen. Also zwei Minuten joggen, zwei Minuten locker gehen, zwei Minuten joggen, zwei Minuten gehen. Ein Intervall von einer Minute halte ich persönlich für zu kurz, weil der Hund dafür einfach zu häufig umschalten muss. In den Gehpausen ist es okay, wenn du deinem Hund die Möglichkeit gibst zu schnuppern. Ich finde es auch nicht weiter schlimm, wenn man dafür auch mal kurz stehen bleibt, um den Hund in Ruhe schnuppern zu lassen. Aber nicht vergessen: nach zwei Minuten geht es wieder weiter!

Das Zwei-Minuten-Intervall ziehst du 20 Minuten lang durch. Keine Angst, du schaffst das! 🙂 Halte dir einfach vor Augen, dass du nur 10 Minuten, also lediglich die Hälfte dieser Zeit, davon joggen sollst. Ich bin mir sicher, dass du und dein Vierbeiner das super meistert!

Loben

Während des Laufens darfst – und sollst – du natürlich fleißig loben, wenn dein Hund so läuft, wie du es gerne hättest. Für mich bedeutet das zum Beispiel, dass Nala neben mir läuft und nicht zu einer gut riechenden Stelle hinzieht, um zu schnuppern. Oder dass sie brav an einem anderen Hund vorbeiläuft. Jedes erwünschte Verhalten wird mit einem verbalen Lob belohnt. Zur Sicherheit habe ich zwar immer ein paar Leckerlies in der Tasche (man weiß ja nie, wofür man die mal braucht 😉 ), füttern sollte man sie während des Joggens aber wenn möglich nicht. Gerade größere Rassen neigen bei Bewegung mit einem vollen Magen zu einer Magendrehung, die sehr gefährlich ist und im schlimmsten Fall tödlich ausgehen kann. Daher möchte ich auch ganz dringend davon abraten, mit dem Hund zu Toben und Rennspiele zu veranstalten, kurz nachdem er gefüttert wurde.
Nach der Joggingrunde darf aber natürlich ausgefallen getobt und gespielt werden. Wichtig ist, dass der Hund gelobt wird und das gemeinsame Joggen als super tolle Erfahrung verknüpft. So wird dein Hund zukünftig nämlich schon schwanzwedelnd vor der Haustür auf dich warten, wenn du gerade dabei bist, dir deine Laufschuhe zuzuschnüren 🙂 .

Anforderungen langsam steigen

Wenn dir das Zwei-Minuten-Intervall zu kurz ist, kannst du es selbstverständlich gerne nach euren Bedürfnissen anpassen. Vielleicht möchtest du lieber drei Minuten laufen und nur eine Minute als Gehpause einlegen. Eventuell brauchst du aber auch eine etwas längere Pause. Schau, was für dich und deinen Hund am besten funktioniert. Konditionell sollten diese Intervalle für deinen Hund noch locker machbar sein. Es mag aber sein, dass das Umdenken von Joggen zu Gehpause, also von konzentriert an der Leine laufen zu schnuppern dürfen, zu anstrengend ist, wenn das Intervall zu oft wechselt. In diesem Fall würde es sich anbieten, wenn du versuchst, fünf Minuten durchzulaufen und dann eine Pause von zwei bis drei Minuten einzulegen. So müsst ihr während der 20 Minuten nicht zu oft umdenken.
So oder so – egal für welches Intervall du dich entscheidest, es sollte zu deinem Mensch-Hund-Team passen und für euch beide zu schaffen sein. Manchmal dauert es etwas, bis man das richtige Tempo gefunden hat. Meistens findet sich aber recht schnell eine Routine.
Wenn du dich mit einem Intervall sicher fühlst oder es gar zu einfach wird, kannst du nach und nach die Anforderungen steigern. Du kannst beispielsweise die Laufdauer erhöhen oder die Dauer der Gehpause reduzieren. Oder auch beides. Wichtig ist nur, dass du für den Anfang versuchst, das Intervalltraining für 20 Minuten zu absolvieren.

Ich denke, für den Anfang sind das erst ein mal genug Informationen und Tipps, die du während des Laufens beachten solltest. Falls Interesse besteht, werde ich im Laufe der Zeit auch auf verschiedene Trainingslevel eigehen und versuchen, ein paar Trainingspläne für euch zu entwickeln.
Ja, und jetzt wünsche ich dir ganz viel Erfolg und besonders viel Spaß bei deiner ersten gemeinsamen Laufeinheit mit deinem Vierbeiner! 🙂
Los geht’s! Let’s go!

6 Comments

  1. Lilia sagt:

    Toller Blogbeitrag!
    Da Lotta bald ein Jahr alt wird, werden wir auch langsam mit dem Joggen beginnen. Danke für die tollen Tipps und die Motivation es wirklich durchzuziehen ☺🐶
    Liebe Grüße,
    Lili und Lotta

    • Kiki sagt:

      Hallo liebe Lili 🙂

      Vielen, lieben Dank! Das ist doch super! 🙂 Ich freue mich schon, davon zu hören, wie das Joggen läuft und wünsche euch ganz viel Spaß dabei!

      Liebe Grüße,
      Kiki

  2. Jasmin sagt:

    Endlich bin ich dazu gekommen den super genialen Blogbeitrag zu lesen! zeitlich passt deine Reihe Fit mit Hund einfach so super zu uns. Nachdem wir ja einmal Joggen waren sind wir bisher nicht wieder dazu gekommen. Aber am Samstag will ich es wieder mit Bailey versuchen. Und dein Beitrag war Gold Wert. Witzigerweise haben wir sogar das Kommando ‚Joggen‘ sogar eingeführt, bevor ich das hier gelesen habe.
    Aber deine Tipps zum Intervalltraining sind toll!
    Ich werde mal gucken ob ich mir eine Uhr oder irgendetwas mitnehmen kann. Konditionell bin ich ja eine Katastrophe. Aber das 2 Minuten Intervall sollte wohl machbar sein :).
    Und dein Tipp das Joggen mit Spielen abzuschließen finde ich einfach richtig toll! Da bin ich selber nicht drauf gekommen. Ich werde mir also Samstag auch ein Spielzeug mitnehmen.

    Ganz lieben Gruß

    Jasmin

    • Kiki sagt:

      Danke, Jasmin! 🙂 Jetzt antworte ich schon so spät, dass ihr schon längst Joggen ward 😉 Aber ich freue mich sehr, dass es so gut gelaufen ist! Schön, wenn du und auch Bailey so viel Spaß daran habt. Ich bin schon sehr auf eure nächste Runde und Erfahrungen gespannt! Vielleicht ja jetzt in eurem Urlaub? 😉 Ich wünsche euch auf jeden Fall ganz viel Spaß dabei!

      Ganz liebe Grüße,
      Kiki

  3. Oh man ich merke schon, ich bin wahrscheinlich die unsportlichste Hundehalterin der Welt 😂 2km warm laufen ist schon zu viel für mich, kommt bestimmt nur davon, dass ich Allergien habe im Feld und Wald 😋😉
    Ich hab das Joggen mittlerweile eh schon aufgegeben, ich bekomme da immer Kreislaufprobleme und Lotta macht es auch nicht so viel Spaß wie Fahrrad fahren 😄 vielleicht probiere ich es nochmal, wenn ich wieder da bin, aber ich bezweifle es. Zu sportlich für mich 😄😄
    LG,
    Paula und Lotta 😊

    • Kiki sagt:

      Hallo Paula und Lotta 🙂
      Schön, dass ihr hierher gefunden habt! Ich hoffe, ich habe mich nicht unmissverständlich ausgedrückt: ihr sollt euch keine 2km warmlaufen. Das ist lediglich die Distanz, die mein Hund benötigt, um konzentriert, ohne zu Schnuppern, neben mir zu laufen 😉 Das mag von Hund zu Hund variieren. Und selbst wenn der Hund nicht die ganze Zeit konzentriert neben dir läuft, so seid ihr trotzdem gelaufen und habt alle hinter euch gelassen, die es sich für den Tag nur auf dem Sofa bequem gemacht haben 😉 Was ich damit sagen will: Hauptsache man bewegt sich. Egal wie. Egal ob beim Joggen, oder – wie ihr – lieber beim Fahrrad fahren. Wichtig ist, dass ihr Spaß daran habt! 🙂
      Ganz liebe Grüße,
      Kiki

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