BARF – Was kostet mich das?

25.05.2016

Ist BARFen nicht super teuer? Diese Frage wurde ich zum Thema BARF bisher fast am häufigsten gefragt. Und ja, das hat auch mich anfangs etwas davon abgehalten mich überhaupt mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Denn klar finde ich es wichtig, sich um die Gesundheit seines Hundes zu kümmern, ihm das Bestmögliche zukommen zu lassen. Aber für das Hundefutter mehr Geld auszugeben als für sein eigenes? Das wollte ich dann auch nicht. Daher habe ich mal alle Kosten zusammengefasst und eine grobe Aufstellung angefertigt für alle BARF-Interessierten, die mal einen ungefähren Überblick erhalten möchten.

Das teure ist nicht das Fleisch

Beim BARFen wird nicht ausschließlich Fleisch gefüttert. Auch andere Komponenten, wie Innereien und Knochen, aber auch Obst, Gemüse und Supplements landen im Napf. Und ich sage dir eins: allein das Fleisch ist nicht das, was den Braten Fett macht (im wahrsten Sinne des Wortes 😉 ). Meiner Meinung nach hauen die Supplements ganz schön rein. Natürlich streiten sich hier die Geister, welche Zusatzstoffe unbedingt gegeben werden sollten und welche nicht unabdingbar sind. Auf die passenden Zusätze zu verzichten, wäre allerdings fatal! Daher bitte nicht an der falschen Stelle sparen.

Anschaffungskosten

Zugegeben: einen 12kg Sack Trockenfutter in der Abstellkammer zu verstauen ist wesentlich einfacher, praktischer und nicht so kostenintensiv, wie ein Gefrierschrank. Dieser ist in der Anschaffung und Instandhaltung teurer und außerdem benötigt man Platz. Nicht jeder kann einen Gefrierschrank in einer kleinen Mietwohnung unterbringen. Um zu BARFen sind ein Gefrierschrank oder zumindest ein, zwei große Gefrierfächer aber unabdingbar. Wir haben damals günstig einen kleinen Gefrierschrank bei Amazon für ca. 220 € gekauft. Bisher ist er top! Und auch recht günstig. Kann ihn zum BARFen auch nur weiterempfehlen 🙂 .
Solange du dein Fleisch online beziehst, würde ich dir in jedem Fall zu einem Gefrierschrank raten. Andernfalls stehst du alle ein bis zwei Wochen vor dem BARF-Laden deines Vertrauens, weil einfach nicht genug auf einen Schlag in dein Gefrierfach passt. Dies hängt aber natürlich auch mit der Größe und dem Gewicht deines Hundes zusammen. Hundehalter mit kleinen Hunden haben es hier glücklicherweise einfacher. Im Folgenden gehe ich von einem Hund mit einem Körpergewicht von 30kg und von einer Futterrationsplanung von einem Monat aus.

Kosten für Fleisch, Innereien und Knochen

Da wir unser Fleisch bei Carnes Doggi beziehen, kalkuliere ich die Kosten anhand ihrer Preise ein. Sicherlich bekommt man das Fleisch woanders auch günstiger. Besonders beim Schlachter um die Ecke oder auf Höfen würde ich mal nachfragen. Dort kommt man stellenweise sehr viel günstiger als in BARF-Shops oder Online-Shops an qualitativ hochwertiges Fleisch. (Nur ein kleiner Tipp von mir 🙂 ).
Für einen 30kg schweren Hund bezahlt man bei Carnes Doggi in etwa folgendes:

Fleisch 29 €
Pansen und Blättermagen 9 €
Innereien 9 €
RFK (Knochen und Knorpel) 6 €
Fett 4 €
insgesamt 57 €

Natürlich können die Kosten hier sehr von Hund zu Hund variieren. Füttert man beispielsweise viel Lammfleisch, dann bezahlt man mehr, als wenn man durchwachsenes Rindfleisch nimmt. Da ich aber auf eine ausgewogene Auswahl achte, habe ich verschieden Sorten (sowohl teurere als auch günstigere) in die Rechnung mit einbezogen. Auch die Erstellung des Futterplans ist hier maßgeblich: kalkuliert man mit 2%, 2,5%, 3% oder gar 4% des Körpergewichtes? Das macht im Fleischverbauch einen erheblichen Unterschied. Wir für unseren Teil haben uns den Plan mit einer Nahrungsmenge von 2% erstellt (Da Nala zwar aktiv, aber auch nicht mehr die jüngste und außerdem kastriert ist. Ansonsten hätte ich mich für 2,5% entschieden.) Wie man sich einen Futterplan errechnet, das zeige ich euch demnächst gerne in einem gesonderten Blogbeitrag 🙂 .

Kosten für Obst, Gemüse und Kräuter

Anfangs dachte ich mir: „Ach, Obst und Gemüse habe ich eh immer zu Hause. Muss ich ja dann nicht großartig in die Kosten mit einkalkulieren.“ Ja. Und dann fällt einem auf, wie viel Salat allein so ein Hund verputzen kann 😉 . Auch die Kosten für Kräuter sollte man nicht unterschätzen. Aber auch hier gibt es natürlich teure Varianten und günstige Alternativen. Beispielsweise kann man durchaus auf Tiefkühl-Obst oder -Gemüse und auch auf Tiefkühl-Kräuter zurückgreifen. Es ist aber wichtig, dass auch hier ausreichend Abwechslung im Napf herrscht, damit auch alle nötigen Vitamine und Nährstoffe abgedeckt sind. Daher mache ich es so, dass ich, wenn möglich, auf frisches Obst, Gemüse und Kräuter zurückgreife und gelegentlich die TK-Variante nutze. Oder auch frisch und TK mische.
Die folgenden Angaben sind wirklich sehr, sehr grob und nicht unbedingt zu verallgemeinern. Für uns treffen sie aber in etwa zu.

Obst 5 €
Gemüse 8 €
Kräuter 4 €
insgesamt 17 €

Kosten für Supplements

Welche Supplements wir benutzen, darauf gehe ich in einem extra Blogbeitrag noch mal gesondert ein. Ich finde, das Thema ist so umfassend, das würde den Rahmen hier einfach sprengen. Im Prinzip füttern wir an Zusätzen Öle (wie Lachsöl oder Hanföl) und Pulver / Kapseln (wie Seealgenmehl oder Zink). Das ist jetzt zwar keine sehr genaue Einteilung in die verschiedenen Zusätze, soll dir in der Tabelle aber eine grobe Übersicht verschaffen.
Auch hier kann ich nur wieder darauf hinweisen, dass die Kosten für Supplements sehr von denen anderer Hundehalter abweichen können. Letztendlich kommt es unter Anderem auch darauf an, welche Bedürfnisse der Hund hat, welche Krankheiten oder andere Ansprüche, auf die im Speziellen eingegangen werden sollte. Wir haben keine besonderen Ansprüche und füttern das an Zusätzen, was aus meiner Sicht den grundlegenden Anforderungen meines Hundes entspricht.

Öle 11 €
Pulver / Kapseln 7 €
insgesamt 18 €

Kosten insgesamt

Okay, ich muss zugeben, dass ich gerade selbst etwas überrascht bin, was ich im Monat an Geld für die Nahrung meines Hundes ausgebe 😉 . Ehrlich gesagt scheue ich mich immer davor, soetwas genau auszurechnen aus Angst, es wäre zu teuer und es würde mich dann doch davon abhalten! Wenn ich etwas unbedingt will, dann mache ich das einfach, oder kaufe es, wie in diesem Fall, einfach und mache mir erst im Nachinein über die Konsequenzen Gedanken. Eventuell sollte ich mal an dieser Einstellung arbeiten 😉 .
Die Kosten insgesamt an BARF für einen 30kg schweren Hund betragen also – ganz ungefähr – im Monat folgendes:

Fleisch, Innereien und Knochen 57 €
Obst, Gemüse und Kräuter 17 €
Supplements 18 €
insgesamt 92 €

Abschließend möchte ich noch mal sagen, dass gerade die Kosten für Obst, Gemüse und Kräuter und für die Supplements relativ hoch kalkuliert sind. Wenn wir für uns einkaufen gehen, dann landet eben etwas mehr im Einkaufswagen, wovon wir später alle drei essen. Da merkt man die Kosten nicht so sehr. Auch die Kosten der Supplemens finde ich ziemlich hoch. Die Anschaffung aller Zusätze auf einmal war anfangs schon sehr viel. Die Zusätze halten aber auch sehr lange. Wenn ich nach meinem Gefühl gehe, würde ich sagen, dass wir tatsächlich um die 80 € – 85 € im Monat für Nala ausgeben. Ich denke, das ist realistisch und kommt wohl ganz gut hin. Der Kostenfaktor für BARF ist daher nicht gerade gering. Insgesamt geben wir für BARF doppelt so viel Geld aus, wie für das Trockenfutter, das wir vorher gefüttert haben. Es gibt allerdings auch Trockenfutter, die vom preislichen das verlangen, was wir für BARF ausgeben. Daher bin ich der Meinung, dass es schon eine Überlegung wert ist, auf BARF umzustellen. Letztendlich sollte aber jeder Hundehalter selbst für sich entscheiden, ob er die Kosten tragen kann oder möchte. BARFen ist ja schließlich kein MUSS 🙂 .

13 Comments

  1. Katrin sagt:

    Toller Beitrag mit richtig guten Informationen. Die Frage, wie hoch die Kosten sind, hat man sich sicherlich schon öfters gestellt. So kann man sich hier einen tollen Eindruck davon machen.

    • Kiki sagt:

      Hallo Katrin 🙂
      Genau, die Frage wurde mir schon so häufig gestellt, dass ich dachte, es geht schneller, wenn ich alle wichtigen Informationen direkt in einem Beitrag zusammenfasse. Es freut mich, dass dir der Beitrag gefällt!
      Liebe Grüße 🙂

  2. Jule und Nero sagt:

    Toll, danke für den Beitrag! 🙂 Ich habe im Freundeskreis einen Landwirt, der seine Kühe z.T. schlachten lässt und das Fleisch verkauft. Ich habe ihn gerade mal angeschrieben, ob er auch an die Schlachtanfälle seiner Kühe ran kommt 🙂 das könnte dann natürlich etwas günstiger sein…

    • Kiki sagt:

      Hallo ihr Lieben 🙂

      Sehr gerne doch! Das hört sich doch super an. Ich finde, wenn man die Möglichkeit hat (eventuell auch günstiger) an frisches Fleisch zu kommen, dann wäre es eine verschenkte Gelegenheit das nicht zu nutzen. Deshalb finde ich, das ist eine tolle Idee! 🙂 Ich drücke die Daumen, dass es klappt. Wird bestimmt super schmecken 😉

      Liebe Grüße!

  3. Diana sagt:

    Ohje, das ist ja fast doppelt so teuer wie bei uns 😮
    Wobei die Supplements ja nicht jeden Monat neu gekauft werden müssen. Wir haben das Glück einen Laden zu haben, der das Fleisch mit dem Obst schon mischt. Da bezahlen wir knapp 60€ im Monat.

    Liebe Grüße
    Diana

    • Kiki sagt:

      Hallo liebe Diana 🙂

      Ja, das glaube ich wohl. Ich finde, dass wir schon etwas mehr ausgeben (man bekommt es bestimmt woanders auch günstiger). Vielleicht habe ich mit den Supplements auch etwas hoch kalkuliert. Wir barfen ja noch nicht so lange und da ist die Auswahl an Zusätzen zur Sicherheit erst mal etwas höher ausgefallen, als wahrscheinlich notwendig 😉 .
      Das Fleisch mit dem Obst gemischt hört sich ja praktisch an!

      Liebe Grüße auch an Abby! ❤️

  4. Sehr schön Kiki du hast das wichtigste super zusammen gefasst, kann dir da nur vollkommend recht geben❤️
    Liebste Grüße von Lilli & Alena

  5. Aussie sagt:

    Liebe Kiki,
    toller und informativer Beitrag!

    Ich finde dein Blog sieht toll aus und ist gut strukturiert. Was für ein Theme benutzt du?
    Alle Designs die ich angeschaut habe sahen bei der Bearbeitung leider anders aus als bei der Vorschau und haben mir nicht so richtig zugesagt.
    Aber vielleicht mache ich auch was falsch:D

    Liebe Grüße

    • Kiki sagt:

      Hallo 🙂
      Vielen lieben Dank! Ich habe kein fertiges WP-Theme benutzt, sondern ein anderes gekauft und selbst verändert. Ich wollte etwas individuelles haben und kein Layout, das jeder zweite Blogger benutzt 😉 .

      • Aussie sagt:

        Danke! Ja das hab ich mir dann auch schon gedacht. Finde ich eigentlich auch viel besser!
        Es is wirklich toll geworden.

        Liebe Grüße

  6. Wuffi sagt:

    Hey! Toller Beitrag👍🏼 Besonders günstig bekommt man Pansen/Blättermagen, Knochen und Innerein beim Schlachter. Alles, was für den Menschen nicht essbar bzw. nicht genießbar wäre 😉 Fleisch jedoch ist verhältnismäßig sehr teuer beim Schlachter. Das ist meine Erfahrung die ich in meiner noch sehr kurzen Barfzeit gesammelt habe☺️

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