BARF – Fazit nach einem Jahr barfen

28.03.2017

Wir barfen jetzt seit genau einem Jahr. Die Fütterungsform, die ich anfangs aus Neugier ausprobierte, betreibe ich mittlerweile aus Überzeugung und möchte keinen Schritt mehr zurück zum Trockenfutter gehen. Welche Erfahrungen wir im letzten Jahr gesammelt haben, was man hätte besser oder schlechter machen können und wie ich allgemein zum Thema Futter stehe, das habe ich euch hier einmal zusammengefasst 🙂 .

Hintergrund

Ich muss zugeben, dass Nala nie wirklich Probleme mit ihrem Trockenfutter hatte. Sie hat es problemlos vertragen, hatte gutes Fell, war aktiv und gesund. Viele Hunde erreichen auch mit Trockenfutter ein hohes Alter. Trotzdem konnte ich mir nicht vorstellen, dass ein Trockenfutter wirklich eine artgerechte Fütterungsform darstellt, vergleicht man sie mal mit der des Vorfahren unseres Hundes – dem Wolf. Der Mensch hat es sich in den letzten Jahren einfach gemacht, sich auf die Futtermittelindustrie verlassen. Der Mensch neigt dazu faul zu sein und so ist es eben bequem, das zu kaufen, was einem als „richtig“ oder gar „gesund“ angepriesen wird. Ich möchte hier niemandem auf die Füße treten. Das Thema Futter ist ein heikles Thema – hier werden die unterschiedlichsten Meinungen vertreten und da ich selbst fast drei Jahre lang Trockenfutter gefüttert habe, kann ich hier auch niemandem einen Vorwurf machen. Ich bin lediglich der Meinung, dass sich jeder Hundehalter mit der Thematik auseinandersetzen und sich nicht blind auf die Futtermittelindustrie verlassen sollte.

An dieser Stelle kann ich euch nur wärmstens den Futtermann empfehlen, wenn ihr mehr über Trockenfutter erfahren wollt. Der Futtermann klärt in seinem kostenlosen E-Book „50 Gründe gegen Trockenfutter“ diverse Mythen auf und erklärt außerdem, warum Trockenfutter so viele Allergien und Unverträglichkeiten bei unseren Hunden hervorruft. Ich selbst habe das E-Book gelesen und kann sagen, dass es meinen Standpunkt zum Barfen zu 100% unterstützt. Das Buch ist toll geschrieben, auch für den Laien leicht verständlich und auf die wichtigsten Fakten reduziert. Kein Geschwafel oder Überredungskünste, die einen in eine Richtung bzw. Fütterungsform drängen sollen. Das E-Book ist auf jeden Fall mal einen Blick wert – zumal es euch umsonst angeboten wird 🙂 . Weiterhin könnt ihr bei Dominik, so heißt unser Futtermann, auch eine persönliche Ernährungsberatung für euren Hund buchen. So seid ihr dann auf der sicheren Seite und wisst, was das beste für euren Liebling in Sachen Ernährung ist!

Unsere Vorteile und Nachteile

Klar ist barfen nicht gerade praktisch – zumindest im Vergleich zum Trockenfutter: Sack auf, Schaufel rein, ab in den Napf, guten Appetit. Dass jeden Tag Trockenfutter aber nicht gerade abwechslungsreich ist, da kann mir glaube ich jeder zustimmen 😉 . Ich bin schon der Meinung, dass Barfen zeitaufwendig ist. Entweder bereite ich jeden Morgen und Abend alles frisch zu oder ich portioniere die ganze BARF-Bestellung direkt für vier Wochen vor, was gut und gerne auch mal zwei bis drei Stunden einnehmen kann. Auch der Kostenfaktor ist nicht ganz ohne. Wenn ich mal zusammenrechne, was ich im Monat an Fleisch, Knochen, Innereien, Obst, Gemüse und Zusätzen ausgebe, dann könnte da schon fast ein Erwachsener von leben. Und dennoch bin ich der Meinung, dass Nala gesünder ist, besseres Fell hat, es ihr besser schmeckt. Und was mir ganz besonders wichtig ist: dass dauerhaften Krankheiten zum Teil vorgebeugt werden kann. Eine kohlenhydratarme und eiweißreiche Kost ist dafür unabdingbar. Auch hierzu findet ihr viele Punkte in dem E-Book.

Einfach anfangen

So unsicher ich anfangs auch war, wenn man nicht anfängt, kann man auch nicht dazu lernen. Einige Dinge fallen einem erst auf, wenn man mitten drin ist. Gerade, was Zusätze angeht, war ich anfangs total verunsichert. Auch jetzt lerne ich noch dazu. Und ja, keiner sagt mir, ob das jetzt genau die richtige Menge an Öl, an Kräutern an Seealgenmehl, an Fleisch ist. Überall findet man andere Werte und andere Meinungen. Es gibt mit Sicherheit Richtwerte, an die man sich halten sollte. Aber wie der Hund auf alles reagiert, ob es ihm schmeckt und ob er vitaler und gesünder wirkt, das kann man letztendlich am besten selbst erkennen. Niemand gibt einem die Sicherheit, dass das Trockenfutter perfekt auf den Hund abgestimmt ist. Wie kann denn auch ein Trockenfutter auf das Bedürfnis einer riesigen Gruppe von Hunden zugeschnitten sein? Auch, wenn es hier schon Gruppierungen nach Alter, Aktivität und Allergien gibt.
Ein Trockenfutter ist auch keine Patentlösung.

Fazit

Nach einem Jahr kann ich also sagen, dass barfen für mich teurer und zeitintensiver ist. Ich sehe aber, wie gut es meinem Hund damit geht, wie sehr sie ihr Essen liebt. Ich fühle mich gut, wenn etwas frisches und gesundes im Napf landet. Nala ist jetzt in einem Alter, in dem ich auch fürs Alter vorbeugen möchte und mich mit einer Ernährung auseinandersetze, die beispielsweise Knochen und Gelenke unterstützt. Mein Fazit ist also durchweg positiv und ich möchte meinem Hund kein Trockenfutter mehr in den Napf schütten.

Meine Anforderungen an andere Hundehalter sind hoch 😉 Ich bin immer noch der Meinung, dass „die Arbeit mache ich mir nicht, das ist doch ’nur‘ ein Hund“ heutzutage keine Ausrede mehr ist. Wieso sollte man einen Hund nicht artgerecht ernähren? Das leuchtet mir nicht ein 😉 . Ich wünsche mir nur, dass sich jeder Hundehalter mit dem Thema Ernährung auseinandersetzt und nicht blind der Futtermittelindustrie vertraut. Ich kann es aber auch verstehen, dass Barfen einfach zu aufwendig oder zu teuer für einige ist. Hier könnte man aber über Alternativen zum Trockenfutter nachdenken.

Wir sind jedenfalls sehr glücklich mit unserer Entscheidung zu barfen 🙂 Und ich kann nur jeden Hundehalter unterstützen, der auch dazu bereit ist, sich über artgerechte und gesunde Ernärung zu informieren.

4 Comments

  1. golden_miko sagt:

    Schön zu lesen, dass es auch für Euch der richtige Schritt war und wie gut es Nala damit geht. 😊
    Ich bin ebenfalls seit gut einem Jahr überzeugter „Barfer“. Im Herbst 2015 war Miko gerade mal 1 Jahr alt, als sich seine Allergien zum ersten Mal bemerkbar machten. Juckreiz im Gesicht, hauptsächlich um die Augen rum. Er hat sich teilweise sogar blutig gekratzt. U.a. seine Futtermilbenallergie hat uns also quasi von heute auf morgen zum Barfen „gezwungen“. Und ich bereue es keinen Tag; ich bereue höchstens nicht schon früher damit angefangen zuhaben. Vllt wäre meinem Schatz dann einiges erspart geblieben.
    Den Juckreiz haben wir sehr gut in den Griff bekommen und ich möchte sagen, die Futterumstellung war der wichtigste Schritt, im dem uns unsere Tierärztin damals bestärkte, anstatt uns Allergiker Trockenfutter andrehen zuwollen. ☺
    Das ist natürlich ein etwas anderer Auslöser hin zur Rohfütterung als bei euch, aber im Grunde ist die Motivation bei allen Barfern ja doch die gleiche: artgerechte, gesunde Ernährung für ein langes, glückliches Hundeleben.

    Liebsten Gruß vom Niederrhein,
    Melanie mit Miko

    • Kiki sagt:

      Hallo ihr Lieben 🙂
      Das hast du schön gesagt 🙂 Und es ist schön zu hören, dass sogar eure Tierärztin zum Barfen geraten hat und nicht nur auf den Profit durch das Allergiker Trockenfutter auswar. Das hört man ja leider auch selten.
      Ich finde es krass, wie schnell sich Hunde von ihren Allergien erholen können, einfach weil sie anders ernährt werden! Das sollte einem wirklich zu denken geben. Schön, dass das auch bei Miko so schnell geklappt hat!
      Wir wünschen euch alles Gute und weiterhin viel Gesundheit und Freude am Barfen! ❤️

  2. Dominik sagt:

    Vielen Dank für den tollen Artikel!

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